Full text : Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

an  der  Woltersdorfer  Straße  haben  anch  etwas  angezogen,  vou
einem  außergewöhnlichen  Steigen  ist  aber  nicht  die  Rede.  Ein  inmitten
der  Dorflaae  gegenüber  der  Kirche  verkauftes  Grundstück  brachte  im
Jahre  1912  1,78*  Mk.
Fassen  wir  nun  die  Ergebnisse  aus  den  Zahlen  aller  fünf  Gemarkungsteile ­
  zusammen,  so  sehen  wir  ohne  weiteres,  daß  die  Bodenpreise ­
  sich  auf  der  ganzen  Feldmark  seit  Beginn  des  Ankaufs  von
bäuerlichem  Heideland  durch  Spekulanten  und  seit  Bau  des  ersten  Hauses
in  Fichtenau  manchmal  stürmischer,  nianchmal  ruhiger  nach  oben  bewegt
haben.  Scheint  bisweilen  auch  die  Preisbewegung  zur  Ruhe  gekommen
zu  sein,  so  liegt  dies  zum  Teil  an  der  Statistik,  die  ja  nur  einen  Bruchteil ­
  der  getätigten  Verkäufe  benutzen  konnte,  andererseits  auch  darin,  daß
sich  die  Spekulation  auf  andere  neue  Gebiete  der  Gemarkung  zog  und
dadurch  anch  das  Publikum  mehr  zu  Käufen  auf  diesem  Gelände  bewog. ­
  Ferner  ist  an  dieser  Stelle  noch  auf  den  zur  Zeit  darniederliegendew
Baumarkt  hinzuweisen.
b)  Mietspreise.
Während  man  bei  den  Bodenpreisen  bis  znm  Jahre  1896  zurückgehen ­
  konnte,  war  bei  den  Mietspreisen  eine  derartige  Feststellung  aus
Mangel  an  Material  nicht  möglich.  Die  Arbeit  mußte  sich  daher  darauf
beschränken,  eine  Statistik  der  zur  Zeit  bezahlten  Mieten  aufzustellen.
Auch  hier  war  naturgemäß  eine  Scheidung  von  Dorf  und  Kolonie
vorzunehmen,  da  hier  die  Mieten  durchschnittlich  höher  sind  als  dort.
In  nachstehender  Übersicht  handelt  es  sich  fast  durchweg  um  kleinere  Wohnungen, ­
  weil  die  größeren  von  den  Hausbesitzern  meist  selbst  bewohnt  werden.
Konnten  auch  nicht  alle  Mieten  festgestellt  werden,  so  sind  doch  die
aufgeführten  Zahlen  typisch  und  geben  ein  richtiges  Bild,  da  sämtliche
Läden  oder  Geschäftsräume  außer  Betracht  gelassen  sind,  ebenso
Wohnungen,  die  Verwandte  des  Hausbesitzers  gemietet  haben.
Dorf.

1912

Durchschnitt
der
Jahresmtete
  in  dft

Aus  einer
Anzahl
von

Die  drei  höchsten
Mieten  in  c4l

Die  drei  niedrigsten
Mieten  in

Einzimmer-W.

123,30

55

264,—  216,—  195,—

60,—  66,—  72,—

Zweizimmer-W.

183,—

41

366,—  288,—  280,—

104,—  120,—  120,—

Dreizimmer-W.

333,50

4

400,—  340,—  —

294,—  300,—  —

Vierzimmer«W.

500,—

1

500,—  —  -
Kolonie.

500,—  —  —

Einzimmer-W.

171,54

22

240,—  216,—  216,—

120,—  132,-  144,—

Zweizimmer-W.

273,11

77

400,—  362,—  360,—

144,—  144,—  180,—

Dreizimmer-W.

430,98

56

620,—  600,—  600,—

300,—  300,—  312,—

Vierzimmer-W.

591,25

8

750—  700,—  630,—

500,—  500,—  530,—

Fünfzimmer-W.

752,86

7

950,—  800,—  800,—

500,—  720,—  750,—
            
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