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vollen Ermahnungen auf dem Entschlüsse bestehen, so soll sie entlaffen
oder ihren Verwandten, welche sic gebracht, zurückgegeben werden. Nur
die von der gesetzlichen Obrigkeit überwiesenen müssen die bestimmte
Strafe m der für sie anberanmten Abtheilung aushalten. Solche da
gegen, welche während ihres Aufenthaltes in der Anstalt das geregelte
^cben llebgewonncn haben und derselben darum für immer anzugehören
wünschen können wegen des guten Beispiels für die übrigen' Häus-
linge, besonders wenn sie arm sind, in derselben verbleiben , wenn sie
sich der Anstalt nützlich machen, mögen sic freiwillig oder gezwungen
eingetreten sein. Für die Beaufsichtigung und Verpflegung der Häus-
linge wird eine mäßige Vergütung gezahlt und können'nur ganz mittel
lose unentgeltlich Aufnahme finden. Diese geringen Pensionen sollen
durch die Erträge der von denselben anzufertigenden Handarbeiten er
höht werden; denn zum Zwecke der Besierung, den die Anstalt an
strebt, sott überall eine rege, den Kräften der einzelnen Individuen
entsprechende Thätigkeit, welche für Leib und Seele sehr heilsam ist,
herrschen und soll jedes Mitglied zur Förderung des Ganzen beitragen,
da es Keincnl zusteht, auf Kosten des Ganzen sich erhalten zu lassen.
Wer nicht arbeitet, soll auch nicht effen. Das Institut steht unter
Ober-Aufsicht des Bischofs und des Staats.
Bethanien, Diakonissen-Haus zu Berlin.
Eine Stiftung Friedrich Wilhelms IV. und am 10. Oktober 1847
eröffnet. Protektorin ist die Königin Elisabeth, Oberin Gräfin Anna
zu Stolberg-Wernigerode, Geistlicher, Pastor Schultz. Mutterhaus
für Diakonissen im Sinne der apostolischen Kirche für Krankenpstege
und andere Dienste christlicher Barmherzigkeit, enthält eö eine auf
250 Kranke berechnete Heil-Anstalt. — Dienstherrschaften, welche einen
"wnatlichen Beitrag von 5 Sgr. zahlen, erhalten für einen Dienst
boten im Erkrankungs-Falle freie Kur, Verpflegung und Wartung in
ber Anstalt. Die letztere hat im Laufe der Zeit einige Vermächtnisic
erhalten: z. B. 1856 das des Kaufmanns Ludwig Philipsborn von
O),000 Thlr., das der Frau Hof-Wnndarzt Rudolph geb. Wagner
von 1000 Thlr. Hof-Buchbinder Schöning stiftete (1862) mit
-500 Thlr. ein Freibett für die Buchbindcr-Gescllenschaft. Siehe auch
Johanniter-Orden.
Bethanien, ev. Diakonissen Anstalt zu Breslau.
Eine selbstständige Stiftung mit Korporations-Rechten. Sie besteht seit
1850 und hat mehrere auswärtige Filial-Anstaltcn. Eine Anzahl
-letten der Männer-Station werden durch Zuschüsse der Schlesischen
Genossenschaft des Johanniter-Ordens unterhalten. Gräfin Agnes
v- Pückler stiftete 1861 ein Krankenbett auf der Männer-Station
..^d) Zuwendung eines Kapitals von 2000 Thlr. Die Anstalt nimmt
Ehrlich (; — 700 Kranke auf und hatte im Jahre 1861 an laufenden
'oeiträgcn, Sammlungen, Geschenken rc. 9800 Thlr. Einnahme./i-'mn
)pt[Ugc Zuwendungen erhielt sie von Lieutenant Reinhard (W,000
Thlr.), Kaufmann Kneifchowski (10,000 Thlr.), Frau v. sterri-