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zur Folge. Sinn kam es der kriegswirtschaftlichen Eickwicklung sehr
zunutze, daß infolge der großen Friedensausfuhr sich eine sehr
leistungsfähige Industrie entwickelt hatte, die im allge
meinen in der Lage war, die durch die Kriegsverhältnisse gesteiger
ten Anforderungen zu bewältigen oder sich durch Ausnutzung und
Vergrößerung ihrer Betriebe anzupassen. Gerade in der letzten Zeit
vor dem Kriege hatte sich auch die neue Technik des Vertriebes von
Nährmitteln und fertigen Suppen in festen Packungen bekannter
großer Fabriken — nach dem Vorbilde der aus dem Auslande
kommenden Mais- und Hafererzeugnisse — verbreitet, sodaß der
entsprechenden Anpassung der Volksernährung an die Kriegsver
hältnisse der Boden bereitet war.
Die Gesa m t m e n g e, die an einzelnen Nährmitteln her
gestellt wurde, hat sich gegenüber dem Gesamtfriedensverbrauch
durch den gesteigerten Bedarf des Heeres und der Heimat wesent
lich erhöht. Dr. K u c z i n s k i (Volksernührung im Kriege, Vor
träge, Berlin 1915), schätzt den täglichen Verbrauch in den letzten
Friedensjahren auf 40 Gramm Getreideerzeugnisse (Graupen,
Grieß, Getreidestärke, Grütze, Flocken) aus den Kopf der Bevölke
rung, neben 210 Gramm Roggenmehl und 175 Gramm Weizenmehl.
Nach der Berechnung von Professor War mb old *) standen tm
Durchschnitt des letzten Friedensjahrfünftcs an Graupen, Grieß,
Grütze, Gersten- und Hafermehl dem deutschen Verbrauche
jährlich 860 000 Tonnen zur Verfügung, abgesehen von ben
erheblichen Mengen des zum Kochen benutzten Weizenmehls.
Ein Drittel dieses Friedensbedarfs ist nach ihm auf Weizen-
fäbrikate, zwei Drittel sind auf Erzeugnisse aus Gerste und
Hafer zu rechnen. Warmbold schätzt, daß diese Nährmittelmenge im
Anfang des Krieges eher ab- als zugenommen habe, daß sie aber
im dritten Kriegsjahre um die Hälfte, also auf rund 1200 000
Tonnen — Versorgte und Selbstversorger.zusammengerechnet —
gestiegen sein könne. Die Zusammensetzung der Nährmittelver
sorgung erfuhr je nach dem Ausfall der Brotgetreide- und Futter-
getreideernte im Laufe des Kriegs wiederholt einschneidende
Änderungen.
*) «Futtergetreide im Kriege", Heft 4 dieser Sammlung, Berlin 1916.
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