Full text: Die Nährmittelverteilung im Kriege

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Z. Entstehung der Nähr mittel-Be Wirt sch aftuiig. 
Die Entwicklung der Lebensinittclversorgung im Kriege hatte 
schon zu Anfang des Jahres 1915 dazu geführt, daß die gesamten 
vorhandenen Brotgetreidebestände in die Bewirtschaftung der 
öffentlichen Stellen genommen wurden. Sobald -die öffent 
liche Bewirtschaftung für Brotgetreide restlos durchgeführt war, 
ergab sich die Notwendigkeit, sie nicht nur auf Brotgetreide, Mehl 
und Brot zu beschränken, sondern auch -auf die Erzeugnisse, die 
aus verarbeitetem Brotgetreide, d. h. aus Mehl hergestellt werden, 
auszudehnen. So kam es verhältnismäßig früh zu -einer Zentrali 
sation der Herstellung von Grieß und T e i g w a r e n. Beides 
wurde in Organisationen zusammengefaßt, die in engster Be 
ziehung zur Reichsgetreid-estelle standen: Grieß in der Grieß- 
zentrale G. m. b. H., begründet Anfang September 1916, 
Teigwaren -beim Verbände Deutscher Teigwaren 
fabrikanten, der -eine Unterabteilung -der Reichsgetreidestelle 
wurde, seit dem Herbst 1915. 
Die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Urerzeugnisse 
konnte jedoch nicht beim Brotgetreide stehen bleiben. Je länger 
der Krieg -dauerte, desto weiter griff die öffentliche Bewirtschaf 
tung um sich. Auch die anderen Getreide-arten, -die je nach dem 
Grade der Verarbeitung tierischer oder menschlicher Ernährung 
nutzbar gemacht werden können, Gerste und Hafer, wurden in 
die Bewirtschaftung einbezogen. Auch hierfür wurden besondere 
Zentralstellen geschaffen. Für die weiter verarbeitete Gerste wurde 
im Anschluß an die Reichsgetreidestelle Anfang September 1915 die 
G r a u p e n ° Z e n t r a l e in Form einer Gesellschaft mit be 
schränkter Haftung errichtet, während die Aufbringung und Ver 
teilung des Rohstoffes für die H a f e r fa b r i ka t e durch die aui 
14. September 1915 errichtete Ha fe x e i n ka u fs-G e sie l l - 
s chaft m. b. H. erfolgte. 
Mit der Errichtung dieser besonderen Stellen war zweifellos 
ein großer organisatorischer Fortschritt erzielt. Vor allen Dingen 
wurde erreicht, daß die herstellenden Betriebe eine 
H a u p t st e l l e hatten, von der aus die Verteilung der Roh 
stoffe an die einzelnen Betriebe -und ihrer Vemrbeit-ungsergebnisse 
an ibie einzelnen Bedarfsstellen erfolgte.
	        
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