Full text: Die Schweiz

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vorbei. Alljährlich werden im Hospiz auf der Paßhöhe 
an 20000 Reisende verpflegt, und immer noch halten 
die Mönche die bekannten Bernhardinerhunde, die den 
in Sturm und Nebel irrenden Wanderern Hilfe bringen. 
Die Römer benutzten den Paß, um von der Poebene über 
Augusta Praetoria (Aosta) ins Rhonetal und ins Mittel- 
land hinaus zur Hauptstadt Helvetiens, Aventicum 
(Avenches), und weiter zum Rhein hinab zu gelangen. 
Unterhalb Martignh setzt das Hochtal des Trient 
die Furche des Rhonelängstales ins Chamonix hinüber, 
an den Fuß der Mont Blanc Gruppe, fort. Bon Ver- 
nayaz im Rhonetal klimmt die Straße in vielen engen 
Kehren über die nahezu 500 m hohe Stufe zum Tal- 
cingaug von Salvan hinauf, das wie Finhaut zum 
Luftkurort geworden ist. Eine elektrisch betriebene Tou 
ristenbahn verbindet Martignh durch das Trienttal unter 
dem Col des Montets 1445 in hindurch mit Chamonix. 
Die Landesgrenze liegt nicht auf der Paßhöhe, sondern 
herwärts an einer in frühern Zeiten leicht zu beherrschenden 
felsigen Talenge. Der Trient durchsägt die Mündungs 
stufe in einer großartigen Schlucht, während etwas 
weiter rhonetalabwärts ein kleines Flüßchen, die Salanfe, 
im Wasserfall Pissevache über die gleiche Talwand hi 
nunterstürzt. 
Das Inmitten der Weinberge, Obstgärten und Gemüse- 
mitttereisajatciäselber am Rande der Rhoneebene liegt Saxon mit 
Konservenfabrik und weiter talaufwärts Riddes an 
Kohlenlagern. Die malerische Hauptstadt des Landes, 
Sion (Sitten) mit 6500 Einwohnern, gruppiert sich 
am Fuße von zwei Felshügeln, dem burggekrönten Tour- 
billon und Valeria. Sie beherrscht den gestuften Eingang 
zum Val l/Herens (und dem Val d'Heremence), mit dem 
Hauptort Evolena. Die Talhintergründe ragen in die 
Eisfelder des Mont Collon, der Dent d'Herens und der 
Deut Blanche 4365 m hinein. Die Borgne drängt ober 
halb Sitten mit ihrem Schuttkegel die Rhone in weit 
ausbiegendem Lauf an die nördliche Talwand hinüber.
	        
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