Full text: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

Über 161 Millionen Mark sind also im Jahre 1909 ans den 
Taschen der Unternehmer in die Taschen von mehr als einer Million 
Versicherter oder deren Fannlienangehörigen und Hinterbliebenen geflossen 
und zwar — wie man annehmen kann — zum unmittelbaren Konsum, 
ausgenommen höchstens zum Teil die Rentenabfindungen im Betrage 
von etwas über 3 Millionen Mark. Unter den Entschädigten befand 
sich auch eine gewisse — nicht zu ermittelnde — Anzahl von Unter 
nehmern. Ungefähr 9*/s Millionen Mark kamen als Gehälter den 
Tausenden von Angestellten der Versicherungsträger zugute, mehr als 
19 Millionen Mark wurden an sonstigen Verwaltungskosten verbraucht 
und 14 Millionen wanderten in die Rücklage. Auch ein großer Teil 
der 19 Millionen Mark sonstiger Verwaltungskosten kam noch direkt 
als Gehalt und Lohn Personen zugute, die im Dienst der Versicherungs- 
organe stehen, z. B. die technischen Aufsichtsbeamten der Berufsgenossen 
schaften, die Beamten der Schiedsgerichte usw. Auch die Kosten der 
Fürsorge für die Verletzten innerhalb der 13 wöchigen Wartezeit sind in 
den Verwaltungskosten mit enthalten; diese Aufwendungen beliefen sich 
1909 auf 933 000 Mk., 1910 auf 1099 000 Mk. 
Wir haben hier 1909 als Hauptvergleichsjahr gewählt, weil erstens 
die amtliche Statistik für 1910 erst erschien, als diese Arbeit schon 
nahezu vollendet war, und weil zweitens das Jahr 1910 sich zu Ver 
gleichen wenig eignet, weil — wie schon erwähnt — der Art. I § 6 des 
Finanzgesetzes in mancher Beziehung besondere Verhältnisse für dieses 
Jahr mit sich brachte. Auch in der Folge werden wir daher noch regel 
mäßig das Jahr 1909 bevorzugen. 
Die Summen sind in der Hauptsache durch Beiträge der Genossen 
schaftsmitglieder aufzubringen. Die sonstigen Einnahmequellen sind un 
bedeutend, nämlich nur: Zinsen aus dem Reservefondsund dem sonstigen 
Vermögen sowie Einnahmen aus Grundstücken, Heil- und Genesungs 
anstalten, Strafgeldern, Regreßanfprüchen und verschiedenen kleinen 
Quellen. Im Jahre 1909 ergaben diese Einnahmequellen bei einer 
Gesamteinnahme aller Berufsgenossenschaften und Versicherungsanstalten 
von 212 657 000 Mk. nur 13 630 000 Mk., 1910 bei einer Gesamt 
einnahme von 219 264 000 Mk. nur 15 152 000 Mk. 
Die Einnahmen übertreffen die Ausgaben (einschließlich der Ein 
lagen in die Reservefonds) um einige Millionen Mark (1909: nur etwa 
22 Millionen, 1910 nur 12 Millionen Mark; für 1909 wurden Be 
träge für die Tilgung und Verzinsung der schwebenden Schuld mit er 
hoben, aber noch nicht bezahlt, daher der höhere Überschuß), weil die 
Schriften 13?. IV. 
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E. Lange, Rcichsunfallversicherung.
	        
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