Full text: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

Hermann Halbach, Reichskrankenversicherung. 
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Gesamteinnahme und Gesamtausgabe. 
Tie gesamte Einnahme der Kassen betrug im Jahre 1910 stark 
Mk.. die gesamte Ausgabe mehr als 423,5 Mill. Mk., so 
445 Mill 
daß ein Überschuß von rund 21,5 Mill. Mk. verbleibt 
Kassen erzielten Einnahmeüberschüsse. 
66 v. H. der 
Über die entsprechenden Zahlen für das Jahr 19 0 0 gibt der folgende 
kurze Überblick Aufschluß: 
Im Jahre 1900 umfaßten die Krankenkassen durchschnittlich etwas 
mehr als 9,5 Millionen Mitglieder. Es bestanden damals wie 1910 
gegen 23 000 Krankenkassen, die sich auf die einzelnen Kassenarten in 
ähnlicher Weise verteilten wie 1910. Die Statistik ergibt ungefähr 
3,7 Millionen Krankheitsfälle mit Erwerbsunfähigkeit (38,6 auf 100 Mit 
glieder). Auf ein Mitglied kamen 6,8 Krankheitstage mit Krankengeld 
oder AnstaltsPflege. Ein solcher Krankheitsfall dauerte durchschnittlich 
17,6 Tage. Auf 100 Versicherte entfielen durchschnittlich 0,88 Sterbe- 
fälle. 
Im Jahre 1900 betrug die Wöchnerinnenunterstützung über 
2,5 Mill. Mk. Als Sterbegeld wurden durchschnittlich gegen 75 Mk. 
gezahlt. 
Die Ausgaben für ärztliche Behandlung beliefen sich auf etwa 
34,3 Mill. Mk. (3,60 Mk. auf ein Mitglied), die Ausgaben für Arznei 
und Heilmittel aus nahezu 26 Mill. Mk. (2,73 Mk. auf ein Mitglied). Aus 
Krankengeld entfielen rund 70 Mill. Mk. (7,35 Mk. auf ein Mitglied). 
Die gesamten Krankheitskosten machten 1900 rund 158 Mill. Mk. aus. 
Die Gesamtsumme der Krankheitskosten von 1885—1900 betrug mehr 
als 1,5 Milliarden Mk. 
Die Verhältnisse der Verwaltnngskosten zu den ordentlichen Ausgaben 
haben sich in dem Jahrzehnt 1900—1910 nicht wesentlich geändert. Auch 
in Hinsicht auf die Beiträge gilt das über das Jahr 1910 Gesagte; es 
ist jedoch eine erhebliche Verschiebung nach den höheren Beitragsstufen 
hin zu verzeichnen. 
Die gesamte Einnahme der Kassen belief sich im Jahre 1900 auf 
mehr als 209,6 Mill. Mk., die gesamten Ausgaben auf etwas mehr 
als 198,5 Mill. Mk., so daß ein Überschuß von rund 11 Mill. Mk. ver 
bleibt. Etwa 60 v. H. der Kassen erzielten Einnahmeüberschüsse. 
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