Full text : Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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II.  öffentliche  Versicherung.

Die  örtlichen  kleinen  Gegenseitigkeitsvereine  4—5  Milliarden  Mk.  15
Die  deutschen  ö.  F.A.  rund  72,5  „  „  16
Die  letzteren  hatten  Ende  1910  einen  Gesamtbestand  von  75,6
Milliarden  Mk.  16 ,  Ende  1911:  78,9  Milliarden
Hieraus  ergibt  sich,  daß  die  ö.  F.A.  nach  ihrem  Anteile  an  zweiter
Stelle  stehen,  die  privaten  G  egenseitigkeits  anstalten,  denen  sie  nach
ihren  Einrichtungen  am  nächsten  stehen,  bei  weitem  in  ihrem  Bestände
übertreffen  und  somit  als  ein  gewichtiger  Faktor  im  deutschen  Wirtschaftsleben ­
  bezeichnet  werden  können.
Gehen  wir  die  statistischen  Auszeichnungen,  welche  die  Jahre  1901
bis  1910  einschließlich  umsassen,  im  einzelnen  durch,  so  finden  wir,  daß,
wie  die  Tabelle  I  ausweist,  24  aller  ö.  F.A.  Zwangs-  oder  Monopol«
anstalten  sind.  Sie  betreiben  lediglich  die  Gebäudeversicherung.  26  Anstalten ­
  ohne  Berücksichtigung  der  beiden  adeligen  Brandgilden  haben
völlige  Freiwilligkeit  des  Beitritts.  Hiervon  betreiben  25  in  der  Hauptsache ­
  Immobiliarversicherung,  16  außerdem  die  Mobiliarversicherung
(s.  Tab.  I,  Fahnentabelle).
Der  Gesamtbestand  der  ö.  F.A.  zeigt  eine  ständige  Aufwärtsentwicklung ­
  und  zwar  von  51,5  Milliarden  im  Jahre  1901  bis  auf
75,6  Milliarden  im  Jahre  1910,  also  um  24,1  Milliarden  oder  rund
60  o/o.  Das  verhältnismäßige  Anwachsen  des  gesamten  Versicherungsbestandes ­
  zeigt  die  nachfolgende,  die  drei  Jahrzehnte  vor  1900  umfassende ­
  vergleichende  Übersicht.  Es  betrug:
die  Vermehrung  von  1870  (Bestand  17,2  Milliarden)  bis  1880
(Bestand  27,1  Milliarden)  9,9  Milliarden  oder  rund  58  %,
von  1880  bis  1890  (Bestand  35  Milliarden)  8,7  Milliarden  oderrund
  32  o/o,
von  1890  bis  1900  (Bestand  49,6  Milliarden)  13,8  Milliarden  oder
rund  40  o/o;  1911  allein  3,4  Milliarden  oder  4,56  °/o 16 .
Vergleicht  man  diese  Zahlen  mit  den  oben  erwähnten  des  letztgenannten ­
  Jahrzehnts,  so  zeigt  sich,  daß  dieses  sowohl  absolut  wie  verhältnismäßig ­
  mit  einem  Zuwachs  von  24,1  Milliarden  oder  60  °/o  die
stärksten  Vermehrungsziffern  aufwies.
Vergleicht  man  die  Anwachszahlen  für  den  Zeitraum  von  1901  bis
16  Nach  privaten  Schätzungen  mangels  einer  einheitlichen  Statistik.  Vgl.  auch
v.  Liebig.  „Das  deutsche  Versicherungswesen"  S.  66/67.
"  Nach  der  Statistik  des  Verbandes  öffentlicher  Feuerversicherungsanstalten  in
Deutschland:  vgl.  „Mitteilungen  für  die  ö.  F.A.",  Jhrg.  1912,  Nr.  4  S.  117;  1913
Nr.  5  S.  122.
            
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