Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

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die Chikasaws, die Sioux und andere Stämme staken schwer 
in Schulden. Niemals sind menschliche Wesen so ent- 
setzlich ausgebeutet worden wie diese unwissenden, ver- 
trauensseligen Wilden des Westens. Wenn sie den langen 
Winter über durch die Wälder und Prärien gestrichen 
waren und emsig Pelze erjagt hatten, die die Aristokratie 
Amerikas, Europas und Asiens schmücken sollten, und wenn 
sie dann im Frühjahr mit ihrer Beute zu den Händlern 
kamen, so wurden sie nicht bloß durch Alkohol betäubt, 
sondern auch noch beim Wägen der. Pelze betrogen. 
Eine lange Liste von Gewalttaten 
Die Regierung, besonders aber die Gerichte, beeilten sich 
großmütig, Astors Gesellschaft den größten Schutz und den 
weitesten Spielraum zu gewähren. Wenn aber die Indianer 
die Räubereien und Ungerechtigkeiten, denen sie bis zur 
Unerträglichkeit ausgesetzt waren, übelnahmen, so wurden 
sie einfach hingemordet. Man ermordete sie mit frecher Stirn 
und kaltem Blut und erhob dann in Washington dringende, 
alarmierende Vorstellungen, die Indianer seien in Rebellion, 
worauf dann Truppen hingeschickt wurden, um sie nieder- 
zumetzeln. Die Indianer hinwiederum, von Rachsucht 
angestachelt, griffen zur Gewalt und lauerten den weißen 
Agenten auf, beraubten und ermordeten sie. Forsyth meint, 
an so gut wie allen diesen Morden trügen die Weißen die 
Schuld. 
Zwischen 1815 und 1831 wurden mehr als 150 Händler 
von Indianern beraubt oder getötet. Die Liste ist aber nicht 
vollständig, die genaue Zahl konnte die Regierung nicht 
ermitteln. Viele davon waren von Astor beschäftigt. Wie- 
viele Indianer aber von den Weißen getötet worden sind, 
hat nie jemand erfahren; nicht einmal, ob die Zahl groß 
oder klein war. 
Ist es nicht erschütternd zu sehen, wie weit Menschen 
gehen müssen, wie weit sie ihr Gefühl vergessen können, 
um ihren Unterhalt zu verdienen, wenn Astor ein Heer 
von ; Leuten . bekam, die bereit waren, die Indianer in 
TTrunkenheit zu versetzen, sie zu beschwatzen und zu
	        
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