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auf amerikanische Exporte nach England, Telegramme
gingen zwischen den einzelnen Börsenplätzen, auf die
Wechsel auf die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeug-
nisse gewöhnlich gezogen werden, hin und her. Aus
New Orleans und anderen Städten des Südens zog er
große Beträge in Baumwollwechseln zusammen. Auf
dieselbe Weise sicherte er sich Wechsel auf die Aus-
[uhr von Getreide und Fleisch nach Europa. Der Markt
wurde systematisch und gründlich auf Wechsel ge-
plündert, und Morgan brachte rechtzeitig eine ge-
nügende Summe in Wechseln zusammen, die er in
London verwerten konnte, So machte er es möglich,
die 25 Millionen in Gold zu zahlen.
Aber es stellte sich eine größere Schwierigkeit ein,
die nicht überwunden werden konnte. Gerade zu der
Zeit, als das Gründungskonsortium gebildet wurde, trat
die böse Krisis auf dem Aktienmarkt ein, die später
„die Panik der Reichen‘ genannt wurde. Überkapita-
lisierte Unternehmungen brachen dutzendweise zu-
sammen. Die Stammaktien der United States Steel
Corporation fielen unter den Kurs von zehn Dollar
pro Aktie, Die Panik hatte alle Kreise ergriffen und
es war ganz unmöglich, das Publikum zu veranlassen,
Papiere zu kaufen, besonders solche einer neugebilde-
ten Gesellschaft, Kein Mensch dachte an Kaufen, jeder
nur an Verkaufen. Das Ergebnis war, daß das Grün-
dungskonsortium die Aktien übernehmen mußte und
auf ihnen sitzen blieb. Morgans Geschäftsfireunde wur-
den schwer getroffen, und man sprach allgemein von
dieser Organisation als von einem geschäftlichen und
finanziellen Fehlschlag. Man hatte damit auch recht,
wenigstens damals.
Während einige von Morgans Geschäftsfreunden es
unumwunden bedauerten, daß der Versuch, den Schiff-
fahrtstrust zu gründen, gerade in diesem Augenblick
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