Full text : Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

Die  Organisation  des  britischen  Weltreichs.

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verneure  die  Kosten  der  Verwaltung  aus  den  Zuschüssen  des  Mutterlandes, ­
  dem  Ertrag  der  Eingangszölle,  den  Kronrenten  und  dem  Verkauf ­
  kolonialer  Ländereien  bestreiten  konnten,  bedurften  sie  der  Zustimmung ­
  der  gesetzgebenden  Versammlung  nicht.  Da  aber  das
Mutterland  nicht  Lust  hatte,  dauernd  für  die  Kolonien  aufzukommen,
und  die  regelmäßigen  Einkünfte  nicht  reichten,  mußten  die  Gouverneure ­
  zur  Steuerbewilligung  an  die  Versammlung  herantreten.  Die
Krone  verlangte  die  Bewilligung  der  zu  den  allgemeinen  Verwaltungsausgaben ­
  zu  leistenden  Zuschüsse  auf  Lebenszeit  des  Königs;
die  Versammlung  wollte  nur  jährliche  Bewilligungen  gewähren  und
überdies  die  ihrer  Bewilligung  entzogenen  Einnahmen,  wie  Zölle  und
Renten,  unter  ihre  Kontrolle  bringen.  Dieser  Konflikt  spielte  sich
in  den  schärfsten  Formen  in  Quebec  ab;  er  wuchs  sich  dort  zu  einem
Streit  zwischen  Oberhaus  und  Unterhaus  aus,  der  aber  eine  nationalreligiöse ­
  Färbung  annahm,  da  das  Unterhaus  französisch,  das  Oberhaus ­
  englisch  war.
Das  Mutterland  suchte  ihn  durch  weitgehende  Zugeständnisse  beizulegen. ­
  Es  übertrug  (1831)  die  Kontrolle  der  Zolleinkünfte  der
gesetzgebenden  Versammlung,  ohne  daß  es  die  dauernde  Bewilligung ­
  der  Gehälter  des  Gouverneurs  und  der  Richter  hätte  erreichen
können.  Die  Versammlung  verweigerte  sogar  die  Gehälter,  so  daß
im  Jahre  1834  das  Mutterland  der  Kolonialverwaltung  31  000  £  vorschießen ­
  mußte.  Die  Kolonie  verlangte  nicht  nur  volle  Freiheit  in
der  Bewilligung  der  Steuern,  sondern  auch  die  Einführung  eines  gewählten ­
  Oberhauses  an  Stelle  des  ernannten  Oberhauses  und  die
Einführung  der  Ministerverantwortlichkeit  gegenüber  dem  Parlament. ­
  Es  kam  schließlich  zu  einem  Aufstand,  nach  dessen  Niederschlagung ­
  eine  Vereinigung  der  beiden  Provinzen  Unterkanada
und  Oberkanada  stattfand,  zu  dem  ausgesprochenen  Zwecke,  um
durch  eine  loyale  englische  Majorität  in  Ontario  die  unruhige  französische ­
  Bevölkerung  Quebecs  zu  «anglisieren».  Ziemlich  gleichzeitig ­
  aber  wurde  der  1829  zum  ersten  Male  geäußerte  Wunsch  nach
einer  «verantwortlichen  Regierung»  erfüllt.  Das  englische  parlamentarische ­
  System  wurde  in  der  Kolonie  eingeführt.  An  Stelle  des  alten,
vom  Gouverneur  aus  Beamten  ernannten  Staatsrates,  dessen  Mitglieder ­
  die  Geschäfte  führen,  tritt  ein  aus  Vertretern  der  Majorität
der  beiden  Häuser  gebildetes  Ministerium.  Während  das  Beamtenministerium ­
  seine  Stellung  so  lange  behalten  durfte,  als  es  das  Ver ­
            
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