Full text : Die Einrichtungen der preußischen Landkreise auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft

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August  1916  die  „Nastenbrrrger  Lebensmittel-Versorgungs-Gesellschaft
  m.  b.  H.  in  Rastenburg"  gegründet  worden.  Aufgabe  dieser
Gesellschaft  ist  die  gemeinsame  Beschaffung  von  Nahrungsmitteln
und  sonstigen  Bedarfsgegenständen  des  täglichen  Lebens  während
des  gegenwärtigen  Krieges  und  solange  die  durch  den  Krieg  geschaffenen ­
  Verhältnisse  noch  andauern;  sie  soll  ferner  Nahrungsmittel ­
  und  Bedarfsgegenstände  von  der  Ostpreußischen  Lebensmittel-Gesellschaft ­
  in  Königsberg  erwerben  und  der  Bevölkerung
des  hiesigen  Kreises  zu  angemessenen  Preisen  zuführen.  Mitglieder ­
  der  Gesellschaft  sind  zahlreiche  Kaufleute  aus  Stadt  und
Land.  Die  verfügbaren  Waren  werden  sowohl  an  die  Gesellschafter
als  auch  an  andere  Geschäftsinhaber  der  Lebensmittelbranche,
welche  vor  dem  Kriege  mit  Lebensmitteln  handelten,  abgegeben.
Die  weitestgehende  Heranziehung  des  Handels  bietet  Gewähr  für
die  angemessene  Verteilung  der  Lebensmittel  auf  Stadt  und  Land."
Bisweilen  wird  statt  bqr  G.  m.  b.  H.  die  Rcchtsform  der
Genossenschaft  gewählt,  so  vielfach  in  Poinmern,  z.  B.
beim  Usedom-Wolliner  Kreis  „Ein-  und  Verkaufsverein".  Die
genossenschaftliche  Grundlage  ist  vor  allem  wegen  der  größeren
Beweglichkeit  der  Zusammensetzung  und  mit  Rücksicht  auf  die
unter  kleineren  Verhältnissen  wünschenswerte  größere  Leichtigkeit
in  Aufbringung  der  Mittel  gewählt  worden.
Auch  im  Landkreise  Merseburg  hatte  man  eine  solche-  Genossenschaft ­
  gebildet.  Hier  hat  sich,  wie  auch  sonst  zuweilen,  der
Fall  ereignet,  daß  man  die  Genossenschaft  später  als
unzweckmäßig  erkannte  und  zum  Eigenbetrieb
des  Kreises  überging.  Der  Bericht  des  Kreises
sagt  darüber:  „Zweck  der  Gründung  der  Genossenschaft  war,
Lebensmittel  aus  dem  freien  Handel  zu  beschaffen,  um  selbige,.
sowie  die  durch  den  Kommunalverband  zugewiesenen  Lebensmittel
prozentual  nach  der  Kopfzahl  im  Kreise  zu  verteilen.  Die  Genossenschaft ­
  erzielte  während  der  Dauer  ihres  Bestehens,  also
innerhalb  acht  Monaten,  einen  Gesamtumsatz  von  etwa  ls/2  Millionen ­
  Mark.  Ende  Oktober  1916  beschloß  der  Kreis  die  Verteilung ­
  der  Lebensmittel  selbst  zu  übernehmen.  Infolgedessen
liquidierte  die  Genossenschaft  am  15.  November  1916.  Das  noch
vorhandene  Warenlager,  übernahm  am  gleichen  Tage  der  Kommunalverband. ­
  Als  Geschäftsführer  des  neugebildeten  Kreis-Einkaufs
  wurde  ein  Kaufmann  in  Magdeburg  bestellt.  Als  Betriebskapital ­
  für  den  Kreis-Einkauf  wurden  100  000  M.  aus  laufenden ­
  Mitteln  zur  Verfügung  gestellt.  Diese  Maßnahme  war  nötig,
weil  von  allen  Seiten  Beschwerden  darüber  einliefen,  daß  die
            
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