Full text: Die Einrichtungen der preußischen Landkreise auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft

45 
i 
mit Rücksicht auf ihre eigenen Angelegenheiten, sondern auch 
anderer Hilfe wegen reklamiert oder beurlaubt sind, der ihnen auf 
erlegten Nachbarhilfe auch tatsächlich in vollem Maße nach 
kommen; die Säumigen sind ohne Rücksicht der Kriegswirtschafts 
stelle mitzuteilen. 
Beschaffung von Betriebsmitteln. Vermehrter 
Anbau von Kartoffeln ist dringend anzuraten. An Saat- 
kartoffeln wird aller Voraussicht nach ein Mangel nicht eintreten, 
selbst wenn der Kartoffelbau 1918 vermehrt wird. Die Kartoffel 
hat sich als Retter im Kriege erwiesen, indem sie die wesentlichste 
Grundlage für die menschliche Ernährung bildete. Auf den Morgen 
gerechnet bringt die Ernte an Kartoffeln mehr Nahrungsstoffe als 
die anderer Früchte, die an ihrer Stelle gebaut werden, wie z. B, 
Hafer. Über die Düngungsschwierigkeiten für die Kartoffeln wird 
man hinwegkommen. Man muß den für die Kartoffeln nötigen 
Stalldünger je nach den Umständen strecken, um mehr Land düngen 
zu können. Es ist Aussicht vorhanden, im Frühjahr 300 bis 
400 Zentner Madrows Industrie, erste Aussaat, aus dem Osten 
für den Kreis zu erhalten. Meldungen für deren Bezug sind an 
den Kreisausschuß, Abteilung Kriegswirtschaft, zu richten. 
Der Kreis hat kleine Mengen von Hafer und Sommer 
gerste für Saatzwecke beschafft. Die Beschaffung von Acker 
bohnen ist in die Wege geleitet. Da es sich hier aber mir um kleine 
Mengen handelt, muß jeder bedacht sein, sich das nötige Saatgut 
selber zu beschaffen. Mischfaaten von Bohnen und Hafer bringen 
mehr und sicherer im Ertrag als Bohnen oder Hafer allein. 
Um Wicken wird der Kreis sich wie im Vorjahre bemühen. 
Serradellasaat wird, wegen der Mißernte im vorigen Jahre, 
schwer zu haben sein; wer sie braucht, muß sie sich bald beschaffen. 
Für den Zwifchenfruchtbau wird auch auf Inkarnatklee und 
G e l b k l e e hingewiesen. Der Spörgel, der für diesen Zweck auch 
vielfach empfohlen wird, ist nnr ein minderwertiger Notbehelf. 
Für die Beschaffung von Rotklee und Wcißklee muß jeder 
rechtzeitig selbst sorgen. 
Auf den Anbau von Flachs soll hier besonders empfehlend 
hingewiesen werden. Wer Flachs anbaut, sichert sich zunächst rund 
33 Pfund Stickstoffdünger für den Morgen. Der Preis für den 
Leinsamen ist auf 37 M. für den Zentner festgesetzt. Der rohe 
Stengelflachs wird im Durchschnitt mit 15 M. für den Zentner 
abgenommen. (Mindestpreis 11 M., Höchstpreis 16 M.) Röst- 
flachs wird im Durchschnitt mit 22,50 M. für den Zentner 
bezahlt (Mindestpreis 18 M., Höchstpreis 26 M.) Der Flachs-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.