Der Bankbeamte.
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bei der sie tätig sind, desto mehr nähert sich doch auch
ihre Tätigkeit der allgemeinen Schablone. And deshalb
steht selbst bei dieser Eliteschar das Einkommen in gar
keinem Verhältnis mehr zu dem, was ihre Vorgänger
in früheren Jahren bezogen.
Aber die wirklichen Opfer des Großbetriebes sehen
wir doch erst in den Bankbureaus. Die Konzentration
der Geschäfte bei den Banken hat diese allniählich zu
Riesenbetrieben anschwellen lassen, wie man sie früher
kailm zu ahnen wagte. Schon in den Depositenkassen
der Banken sitzen meist so viel Beamte, wie früher kaum
in den Bankgeschäften, die bereits recht gutes Ansehen
genossen. Zn den Zentralen aber steht Pult an Pult
in den großen Arbeitssälen, und die unendliche Arbeits
leistung ist wie in den großkapitalistischen Fabriken mir
durch eine peinlich durchgeführte Arbeitsteilung zu be
wältigen. Die Soldaten dieses großen Heeres sind dazu
verdammt, Tag für Tag die regelmäßige Bureauarbeit
mit der gleichen Tätigkeit auszufüllen. Der Kreis der
Geschäfte, die sie zu Gesicht und zur Beurteilung be
kommen, wird immer enger. Der Korrespondent, der
jahraus jahrein den Brieftvechsel mit den Leuten führt,
die mit dem, ihm zur Bearbeitung überwiesenen, Buch
staben ansangen, vermag wenigstens noch die Geschäfte
seines Kundenkreises zu übersehen. Der Expedient aber,
der die Sendungen frankiert und siegelt, der Buchhalter,
der das in allerkleinste Teile und Stückchen zerlegte
Buch mitführt, hat nur Teile in der Hand, denen das
geistige Band fehlt.
Aus den Tausenden und Abertausenden, die so die
Bankbureaus füllen, kommen natürlich nur ganz wenige
nach oben. Zur wirtschaftlichen Selbständigkeit überhaupt
gut wie gar keiner. Den meisten stumpft sich schon
nach wenigen Zähren der Geist. Sie werden zu A!a-
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