Full text: Berliner Banken

Der Bankbeamte. 
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bei der sie tätig sind, desto mehr nähert sich doch auch 
ihre Tätigkeit der allgemeinen Schablone. And deshalb 
steht selbst bei dieser Eliteschar das Einkommen in gar 
keinem Verhältnis mehr zu dem, was ihre Vorgänger 
in früheren Jahren bezogen. 
Aber die wirklichen Opfer des Großbetriebes sehen 
wir doch erst in den Bankbureaus. Die Konzentration 
der Geschäfte bei den Banken hat diese allniählich zu 
Riesenbetrieben anschwellen lassen, wie man sie früher 
kailm zu ahnen wagte. Schon in den Depositenkassen 
der Banken sitzen meist so viel Beamte, wie früher kaum 
in den Bankgeschäften, die bereits recht gutes Ansehen 
genossen. Zn den Zentralen aber steht Pult an Pult 
in den großen Arbeitssälen, und die unendliche Arbeits 
leistung ist wie in den großkapitalistischen Fabriken mir 
durch eine peinlich durchgeführte Arbeitsteilung zu be 
wältigen. Die Soldaten dieses großen Heeres sind dazu 
verdammt, Tag für Tag die regelmäßige Bureauarbeit 
mit der gleichen Tätigkeit auszufüllen. Der Kreis der 
Geschäfte, die sie zu Gesicht und zur Beurteilung be 
kommen, wird immer enger. Der Korrespondent, der 
jahraus jahrein den Brieftvechsel mit den Leuten führt, 
die mit dem, ihm zur Bearbeitung überwiesenen, Buch 
staben ansangen, vermag wenigstens noch die Geschäfte 
seines Kundenkreises zu übersehen. Der Expedient aber, 
der die Sendungen frankiert und siegelt, der Buchhalter, 
der das in allerkleinste Teile und Stückchen zerlegte 
Buch mitführt, hat nur Teile in der Hand, denen das 
geistige Band fehlt. 
Aus den Tausenden und Abertausenden, die so die 
Bankbureaus füllen, kommen natürlich nur ganz wenige 
nach oben. Zur wirtschaftlichen Selbständigkeit überhaupt 
gut wie gar keiner. Den meisten stumpft sich schon 
nach wenigen Zähren der Geist. Sie werden zu A!a- 
5'
	        
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