Ss. o
liegenden Behauptung ihrer Zweckmäßigkeit für die Erklärung der
aus der Erfahrung bekannten Erscheinung zwischenstaatlicher
Wirtschaftsbeziehungen.
Unsere Überlegung ist zu Ende. Unversehens sind wir durch
sie aus der Betrachtung der Boehlerschen Aufassung in die uns
hier interessierende Fragestellung hineingezogen worden. Wir sind
nunmehr in der Lage, diese wie folgt zu formulieren: Welcher Sinn-
gehalt ist der Theorie des internationalen Handels zuzusprechen,
d. h. in bezug auf welche prinzipielle Problemstellung kann von einem
Erkenntniswert dieser Theorie die Rede sein?
Da wir weder in der deutschen noch auch in der englischen
Literatur eine befriedigende Antwort hierauf zu finden vermögen,
treten wir selbst den Weg an, bzw. gehen ihn zu Ende. Und zwar
beginnen wir mit dem theoretischen Gesichtspunkt, trotzdem, wie
schon bemerkt wurde, die Auflösung einer Heteronomie zwischen
Reiner und internationaler Theorie wenigstens andeutungsweise
schon vorgenommen wurde.
Die Aufgabe stellt sich dann folgendermaßen dar:
1. Ist festzustellen, ob eine „echte‘“ Heteronomie innerhalb
der Reinen Theorie selbst vorliegt, durch die eine selb-
ständige zweite Theorie, hieße sie nun international, welt-
wirtschaftlich oder sonstwie, notwendig würde.
>» ist gleichzeitig und anschließend an das zweifellos negative
Ergebnis dieser Fragestellung (mit Ausnahme der Klassiker)
die Frage zu beantworten, welchen Erkenntniszweck eine
angewandte und zwar auf die in der Erfahrung gegebenen
sogenannten „Volkswirtschaften‘ angewandte Theorie (der
„Weltwirtschaft‘“) zu erfüllen geeignet ist.
Die Antwort auf die letzte Frage wird ebenfalls negativ aus-
fallen, so daß damit der Versuch einer Sinngebung in bezug auf die
Theorie des internationalen Handels vor einem Vakuum steht,
das sich erst dann wieder füllen dürfte, wenn die Theorie des so-
genannten ‚internationalen‘ Handels unabhängig von jeglichen
historisch-politisch konzipierten Begriffen, wie Volkswirtschaft und
Weltwirtschaft als angewandte Theorie schlechthin aufgefaßt würde.
Daß mit dieser Behauptung das eigentliche Problem erst beginnt,
wird im letzten Teil dieser Untersuchung zum Ausdruck kommen.
Seine Lösung muß jedoch ein Versprechen bleiben.