Full text: Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

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sache des Preises zweifelhaft sein muß, da es offensichtlich mehrere, 
ja zahlreiche Realgründe des Preises gibt. Auch die Nutzentheorie 
steht also an der Grenze des hypothetischen Denkens. 
Die zunehmende methodologische Bewußtheit der modernen 
sozialökonomischen Theorie hat in diesem Punkte eine klare Schei- 
dung veranlaßt, eine vornehmlich logisch bedeutsame Wandlung, 
die man als endgültig zu bezeichnen versucht sein könnte*). Ihre 
Quintessenz ist der Verzicht auf die Preisursache, d. h. die Kausal- 
frage ist bei der Aufstellung des Prinzips ausgeschaltet worden. 
An ihre Stelle tritt die Kategorie der Funktion, die das ursächliche 
Moment zwar nicht ersetzt, da sie auf einer anderen logischen Ebene 
liegt, die es jedoch überflüssig macht; die Position der Ursache 
ist nurmehr eine ergänzende, sie liegt gleichsam auf dem Boden 
eines über sie gebreiteten funktionellen Zusammenhanges öko- 
nomischer Größen. Beliebig viele, teils direkte, teils mehr indirekte 
Ursachen wirken zusammen an diesem wechselseitig verknüpften 
Gewebe, das sich jeweils von einer faktisch in Frage kommenden 
Anstoß-Ursache aus aufrollen läßt. Nur der immanente Ablauf, 
die Reaktionen der funktionellen Verbundenheit auf solche kon- 
kreten Veranlassungen werden im System der „wertunbetonten““ 
Theorie berücksichtigt. 
Eine Werttheorie im Sinne einer einzigen konkreten Ursache, 
hat infolgedessen jeden prinzipiellen Sinn verloren. Gültig wäre 
sie nur als beiläufig nähere Erklärung eines der zahlreichen Ur- 
sachenkomplexe, die zur Bestimmung des Preises beitragen. 
Welchen Einfluß diese logische Umstellung auf unser Problem 
der Modifikationen durch beschränkte Konkurrenz ausübt, ist 
leicht zu übersehen. Sie ist fast bedeutungslos. 
ı) Zu der neuesten Polemik Honeggers (vgl. Honegger, „Die volkswirt- 
schaftlichen Gedankenströmungen, Systeme und Theorien der Gegenwart, besonders in 
Deutschland.“ Karlsruhe 1925) gegen das Gebäude einer immanenten Wirtschaftstheorie 
vom Standpunkt der „kreditfinanziellen‘“ Betrachtungsweise Stellung zu nehmen, ist zur 
Zeit noch unmöglich, solange sich Honegger auf die aphoristische Form einer an sich 
ernst zu nehmenden Kritik beschränkt. Die weitreichenden „politisch-wirtschaftlichen‘* 
Konsequenzen für das dem Verfasser naheliegende Problem der Objektbestimmung zu 
prüfen, wird nach Erscheinen der von Honegger angekündigten kreditfinanziellen 
Theorie im Rahmen der vom Verfasser geplanten Arbeit über das Problem der an- 
gewandten Theorie eine wichtige Aufgabe sein. 
Sf
	        
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