Full text : Probleme der Wirtschaftsgeschichte

150 YUV. Über Theorien der wirtschaftlichen Entwicklung der Völker,
Gebiet ab, in dem man wenig-  Wollweberei vom 13. bis 15.
stens den notwendigsten Be- Jahrhundertgleichmäßiger verdürfnissen
 sselbst zu genügen breitet waren als später.“
suchte. Die Erzeugnisse der
Tuchmacherei gehörten ebenso
gut dazu als die der Gerber, der
Schuhmacher, der Schneider.“
Wie man sJieht, finden sich hier wie da dieselben Gedanken!).
Schmoller führt als Ursache der geschilderten Erscheinung neben
der schon von Hildebrand betonten Dürftigkeit des Verkehrs noch
das schwache Gefühl gemeinsamer Interessen an. Aber auch
diesem Moment trägt bei Hildebrand in gewisser Weise der Saß
Rechnung, daß der „Zug des germanischen Lebens zur Selbstständigkeit
 sich auch in der Ausbildung unseres Industriezweiges
geltend gemacht hat“ (S. 85).
Hildebrand ist indessen nicht der erste Autor, der die Ide e
der Stadtwirtschaft vertreten hat. Bei J. G. Droysen in seiner
„Geschichte der preußischen Politik“ (1859; Bd. II, 2, S. 57)
und bei W. H. Riehl, „Deutsche Arbeit“ (S. 42)?) begegnet sie
uns schon. Riehl bringt insbesondere die Idee der mittelalterlichen
 Zunft mit der Idee der mittelalterlichen Stadtgemeinde
 in Zusammenhang und leitet von dem Zurücktreten der
einen den Rückgang der andern her. „Als die Stadtgemeinde
1) Gegen die ungerechten Angriffe, die Sombart, Archiv für
soziale Gesetzgebung 14, 372, gegen Br. Hildebrand gerichtet hat, s. m.
Verteidigung in der H. Z. 86, S. 5, Anm. 1 und Z. f. Sozialwissensch.
a. a. O. Ebenda über Hildebrand als Pfadfinder in andern Fragen
der Wirtschaftsgeschichte und Schmollers Verhältnis zu ihm. In dem
daselbst (S. 227) gegebenen Hinweis auf das Jahrbuch f. Gesetgebung
Jahrg. 1893 ist S. 1259 (statt S. 301) zu lesen.
2) Ed. Otto, Das deutsche Handwerk, 2. Aufl. S. 767 zieht die
Sätze Riehls heran, um die Entartung des Zunftwesens und den Verfall
 des Handwerks zu erklären. Vgl. W. H. Riehl, Die deutsche Arbeit,
2. Abdruck (Stuttgart 1862), S. 37 (5. Kap.: Hunftgeist und Zurnftehre),
 S. 41 f. Ist Riehl S. 42 (unten) von Perthes abhängig? Vgl.
auch W. H. Riehl, Bürgerliche Gesellschaft S. 223 und S. 263 ff.
            
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