Full text : Probleme der Wirtschaftsgeschichte

mit bes. Rücksicht auf die Stadtwirtschaft des deutschen Mittelalters. 227
Konzentration des Betriebs zur Aufsaugung selbständiger
Existenzen führt. Etwas der modernen Arbeitsteilung Ähnliches
finden wir im Mittelalter nur bei der Weberei.“ Von anderer
Seite!) ist vorgeschlagen worden, das Wort Arbeitszerlegung
durch ,technische Arbeitsteilung“ zu ersetzen?).
Um diesen Abschnitt mit einem weiteren Dank zu beschließen,
so verdanken wir derEnergie, mit der Bücher die Idee der Stadtwirtschaft
 durchzuführen gesucht hat, auch die richtige und wertvolle
 Beobachtung, daß von einem Stande der Großkaufleute
im Mittelalter kaum die Rede sein könnes). Wenn er zuerst diese
1) Hasbach, Gött. Gel. Anz. 1894, S. 524.
2) Die Definitionen, die Bücher für die Worte Manufaktur und
Fabrik gibt (Entstehung der Volkswirtschaft S. 151), haben uns hier
nicht zu beschäftigen. Hasbach a. a. O. S. 524 verlangt für die Erklärung
des Begriffs Fabrik den der „lokalen Arb itsvereinigung“, d. h. der
Vereinigung der zur Herstellung eines Gutes nötigen, bisher lokal
geschiedenen Arbeitsprozesse an einer Arbeitsstätte. „Wo immer
eine Fabrik entsteht, da geschieht es, weil entweder der Betrieb oder
das herzustellende Gut oder die Produktionsweise ein Zusammenarbeiten
 der Teilarbeiter nötig macht; die Arbeitszerlegung ist weder
das verursachende noch zunächst das charakteristische Moment.“ Eine
eingehendere Polemik gegen Büchers Definitionen für Manufaktur
und Fabrik bei Sombart, Archiv für soziale Gesetzgebung 14, 314 ff.
353 f. S. 352 Anm. 1 gibt Sombart eine Geschichte des Wortes
Manufaktur. S. 315 wendet er sich gegen die Auffassung, daß Handwerk
 und Kleinbetr eb, Großbetrieb und kapitalistische Unternehmung
identisch seien. Beim Handwerk findet sich auch Mittelbetrieb (S. 341).
it nale Unternehmung kann auch auf hausindustriellem
3) Vgl. unten Nr. VI. Zu den von mir dort angeführten Beispielen
 der Vereinigung von Groß- und Kleinhandel in einer Person
sei Geerings Ansicht (Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln 11,
62) notiert, daß in Köln im ausgehenden 15. Jahrhundert die en gros
Anbietenden wohl alle selbst Verkaufsläden gehalten haben. Zu dem
dort gegebenen Nachweis der Verbreitung von Gewandschneidergilden
in Süddeutschland füge ich bei, daß eine solche auch in Krems vorkommt.
 S. Urkunde von 1305 (vgl. Keutgen, Urkunden II, S. 360
Anm. 1) bei Rauch, Scriptores rerum Austriac. 3, 362 für die incisores
 pannorum (,,hantsneyder‘’): nur Mitglieder ihres consortium
dürfen pannos incidere aut vendere per ulnas. Vgl. oben S. 208
Anm.2. Luschin v. Ebengreuth, bei Zimmermann, Geschichte der Stadt
1 © +

] e
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.