fullscreen: Das Gemüse in der Kriegswirtschaft

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tätigen Preisregelung hindernd im Wege steht, und daß einer fort 
laufenden P r e i s st e i g-e r u n g, die durch Zurückhaltung von 
Ware und andere Machenschaffen unlauterer spekulationslüstcrner, 
Händler noch begünstigt wird, nur durch tatkräftige staatliche 
Eingriffe vorgebeugt werden kann. Deshalb ist. die viel ver 
breitete und nicht'nur von den Vertretern des Handelsstandes 
eifrig verfochtene Anschauung, daß der freie Handel am besten in 
der Lage sei, die Versorgung der Bevölkcruyg mit Gemüse sicher- 
zustellen, irrig. Die Ware würde — wie das in erschreckendem 
Maße auf fast allen Gebieten der, Versorgung mit Gegenständen/, 
des täglichen Bedarfs vor Eintritt behördlicher Maßnahmen zu 
tage getreten ist — solche Preise erreichen, daß zum Schaden der 
breiten Verbraucherkreise deren Lebenshaltung unerträglich ver 
teuert und dabei doch eingeengt würde und der Hauptteil der Ware 
in die Hände nur verhältnismäßig weniger, besonders zahlungs- 
kräftiger und zahlungswilliger Käufer gelangen würde. 
Wenn daher auch die Marktberichte nicht die erhofften Erfolge 
einer selbsttätigen Marktregelung gezeitigt haben, so hat sich doch 
dieMarkteinrichtu n g,a lssolchebewährt. Nach dem 
Urteil der beteiligten Vcrbraucherkreise haben die in den großen 
Städten eingerichteten Märkte wesentlich dazu beigetragen, die ge- 
spannte Ernährungslage zu verbessern. Sie wurden, seitdem sich 
jeweils nach und nach ein ganzes örtliches Versorgnngsgebiet an 
geschlossen hatte, teils vom freien Handel, teils durch die Sammel- 
stellen und auch durch die Neichsstelle selbst mit ausländischen und 
später, als eine Zwangsbewirtschaftung für einige Gemüsearten 
eingetreten war, auch mit inländischen Waren beschickt. 
Die Förderung der Erzen g »n g begegnet bei dein 
Mangel an Arbeitskräften, die der Gemüsebau ; oI§ intensivste 
Form der Bodenbenutzung nötig hat, und bei der Knappheit an 
Düngemitteln und Samen besonderen Schwierigkeiten. Gleich 
wohl ist es gelungen, die Anbaufläche w e s e n t t i ch z u 
vergrößern. Neben der regen Werbe- und Aufklärnngstätig- 
keit, welche die Neichsstelle und andere Stellen (S. 17 ff.) ent 
wickelt haben, ist es zum großen Teil der Einführung des später 
zu besprechenden Lieferungsvertrages ,zu datzken, daß die Ge- 
müseanbauer trotz der bestehenden, Schwierigkeiten sich doch ent 
schlossen haben, immer größere Flächen der Gemiisekultur zu er 
schließen, und daß namentlich große Flächen von Gartenland oder 
bisher unbenutzten Ländereien zum Gemüsebau eingerichtet 
worden sind. 
In diesem Zusammenhange müssen auch die erfolgreichen Rx-
	        
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