Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Obst- und Beerenfrüchte sowie deren Erzeugnisse. 
Voraussetzung erscheint es unerheblich, wie viele solcher Zellen zu einem Schranke ver 
einigt sind. Die in festen Scharnieren und Angeln gehenden Türchen sind auf der Innen 
seite mit Asbest ausgekleidet, wodurch zugleich die nötige Dichtung bewirkt ist, und führen 
behufs Ventilation in der Höhe des Bodens und der Decke der Zelle je eine Horizontal 
reihe von drei kreisrunden Löchern von 2 mm Durchmesser. Im Asbest sind diese Löcher 
etwas weiter ausgeschnitten. Zum Schutze der Türenseite gegen die von der Flamme auf 
steigenden Verbrennungsgase ist über die ganze Breite des Schrankes in der Verlängerung 
der Unterseite ein etwa 45 mm breites Schutzblech angebracht. Die Schalen sitzen nicht 
unmittelbar auf dem Boden der Zellen auf, sondern werden von je einem etwa 10 mm 
hohen Dreifüßchen getragen, welches symmetrisch in der Zelle befestigt werden kann. 
2. Der Extrakt des Weines besteht vorwiegend aus nichtflöchtigen Säuren, Glyzerin, 
Mineralstoffen, wenig Zucker und sonstigen unbekannten Stoffen. L. Gränhut 1 ) glaubt, 
daß der Extraktrest, d. h. Extrakt minus (niohtfltichtige Säure -(- Glyzerin -j- Mineralstoffe), 
wenn der Säurerest Möslingers (S. 766) geringer als 0,28 ist, mindestens 0,6 g 
betragen soll, um einer Extrakterhöhung durch künstlichen Glyzerinzusatz vorzubeugen. 
4. Bestimmung der Miueralbestandteile. Enthält der Wein weniger als 
4 g Extrakt in 100 ccm, so wird der nach No. 3a oder 3b erhaltene Extrakt vorsichtig 
verkohlt, indem man eine kleine Flamme unter der Platinschale hin und her bewegt. Die 
Kohle wird mit einem dicken Platindraht zerdrückt und mit heißem Wasser wiederholt 
ausgewaschen; den wässerigen Auszug filtriert man durch ein kleines Filter von bekanntem 
geringen Aschengehalte in ein Bechergläsohen. Nachdem die Kohle vollständig ausgelaugt 
ist, gibt mau das Filterohen in die Platinschale zur Kohle, trocknet beide und verascht sie 
vollständig. Wenn die Asche weiß geworden ist, gießt man die filtrierte Lösung in die 
Platinschale zurück, verdampft dieselbe zur Trockne, benetzt den Rückstand mit einer 
Lösung von Ammoniumkarbonat, glüht ganz schwach, läßt im Exsikkator erkalten und 
wägt. (Vergl. S. 195.) 
Enthält der Wein 4 g oder mehr Extrakt in 100 ccm, so verdampft man 
26 com des Weines in einer geräumigen Platinschale und verkohlt den Rückstand sehr 
vorsichtig; die stark aufgeblähte Kohle wird in der vorher beschriebenen Weise weiter 
behandelt. 
Berechnung. Wurden aus a Kubikzentimeter Wein b Gramm Mineralbestaudteile 
erhalten, so sind enthalten: 
x = 100 -- Gramm Mineralbestandteile in 100 com Wein, 
a 
5. Bestimmung der Schwefelsäure in Rotweinen. 60 ccm Wein werden in 
einem Beoherglase mit Salzsäure angesäuert und auf einem Drahtnetz bis zum beginnenden 
Kochen erhitzt; dann fügt man heiße Chlorbaryumlösung (1 Teil kristallisiertes Chlorbaryum 
in 10 Teilen destilliertem Wasser gelöst) zu, bis kein Niederschlag mehr entsteht. Man 
läßt den Niederschlag absetzen und prüft durch Zusatz eines Tropfens Chlorbaryumlösung 
zu der über dem Niederschlage stehenden klaren Flüssigkeit, ob die Schwefelsäure voll 
ständig ausgefällt ist. Hierauf kocht man das Ganze nochmals auf, läßt dasselbe 6 Stunden 
in der Wärme stehen, gießt die klare Flüssigkeit durch ein Filter von bekanntem Aschen 
gehalte, wäscht den im Becherglase zurückbleibenden Niederschlag wiederholt mit heißem 
Wasser aus, indem man jedesmal absetzen läßt und die klare Flüssigkeit durch das Filter 
gießt, bringt zuletzt den Niederschlag auf das Filter und wäscht so lange mit heißem 
Wasser aus, bis das Filtrat mit Silbernitrat keine Trübung mehr erzeugt. Filter und 
Niederschlag werden getrocknet, in einem gewogenen Platintiegel verascht und geglüht; 
hierauf befeuchtet man den Tiegelinhalt mit wenig Schwefelsäure, raucht letztere ab, glüht 
schwach, läßt im Exsikkator erkalten und wägt. 
Berechnung. Wurden aus 60 ccm Wein a Gramm Baryumsulfat erhalten, so 
sind enthalten: 
x = 0,6869 a Gramm Schwefelsäure (S0 3 ) in 100 com Wein. 
Diesen x Gramm Schwefelsäure (S0 3 ) in 100 ccm Wein entsprechen: 
y = 1,4958 a Gramm Kaliumsulfat (KgSO^) in 1 1 Wein. 
*) Zeitsohr, f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1901, 4, 1161.
	        
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