An der Hand von Beispielen zeigt er, in welcher un-
geheuren Weise unsere Produktion sich im letztem Jahr-
hundert vermehrt habe. Eine Nähmaschine leiste die Ar-
beit von 12 bis 15 Frauen. Eine Maschine setze einen
Arbeiter instand, an einem Tage 300 bis 600 Paar Schuhe
zu besohlen. Eine gute Lokomotive zieht soviel wie 800
Pferde. Vier Mann können mit Hilfe von Maschinen
genug Weizen (natürlich auch Roggen) pflanzen, ernten,
mahlen und zum Markte bringen, um 1000 Menschen auf
ein Jahr mit Brot zu versehen. Ein Mädchen kann in
einem Jahre genug Kaliko herstellen, um 12 000 Personen
kleiden zu können (S. 12). Soweit der F ortschritt in
der Gütererzeugung. Nun zum Gegenteil, zur Ar mu t.
Daß solche in großem Maßstabe vorhanden sei, bewiesen
allein schon die Wohltätigkeitmaßnahmen, wie sie die Welt
nie in solcher Ausdehnung gekannt habe. London rühme
sich 6 Millionen Pfund dafür aufzuwenden, neben unge-
zählten von der privaten Wahltätigkeit gespendeten Sum-
men. Neuyork frohlocke, daß die Stadt, die Kirchen und
Private 30 Millionen Dollars im Jahr den Armen geben.
Die Stadt sollte ihr Haupt vor Scham verbergen, daß sie
so viele Arme hat, die der Gabe bedürfen.
Das merkwürdigste sei jedoch, daß wir ganz gemütlich
die furchtbare Armut, die aus solchen Ziffern spreche, der
Überproduktion zuschreiben, d. h. der zu reichlichen Güter-
produktion (S. 13) :
„Welch sonderbarer Wirrwarr! Wie beneidenswert waren
unsere Vorfahren mit ihrem einfachem Problem der Armut,
wegen abwesender Produktivkraft und infolge von Raub!“
(S. 16.)
Er versucht, die Ursachen der zunehmenden Not bei
wachsenden Vorräten zu ergründen, und findet sie in dem
Eigentumrecht an den natürlichen Hilfsquellen, an dem
Grund und Boden. Aber die Beschlagnahme des
Bodens durch eine Minderheit sei nicht die einzige Ur-
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