Einige Äußerungen des Gouverneurs v. Wißmann,
die am 1. September 1896 in Frei Land Nr. 17 bekannt
gegeben werden konnten und ein Brief, den der Gouver-
neur im Mai 1900 an meinen Nachfolger Damaschke ge-
richtet hat (Deutsche Volksstimme 1900 Nr. 11 S. 322-327),
haben bewiesen, daß dieser hervorragende Mann sc<hon
früh auf unserer Seite gestanden hat.
Om September 1896 hat in der Friedrich Wilhelm Uni-
versität in Berlin ein nationalökonomischer Kursus
des Evangelisch-sozialen Kongresses vor zahlreichen Hö-
rern stattgefunden. Geheimrat Adolph Wagner hat Vor-
träge über Finanz- und Steuerpolitik gehalten. Mir
waren fünf Vorträge über die Stellung des Arbeiters im
Großbetriebe übertragen worden.
Meine Vorträge sind später unter dem Titel „Fabri-
kantensorgen!“ im Buchhandel erschienen. Sie haben
wegen meines eintretens für die Arbeiterschutzgesetze, für
den Achtstundentag, für Arbeiterausschüsse und für die
Verwaltung der Wohlfahrteinrichtungen durch die Ar-
beiter ziemlich viel Aussehen erregt und sind in den Zei-
tungen viel besprochen worden. Meinen letzten Vortrag
hatte ich der Arbeiter Wohnungfrage gewidmet, und ich
habe dabei unseren Standpunkt in der Wohnungfrage zur
Geltung bringen können.*)
Der Deutsche T'olksbund.
K*? Zeit nachher hat es eine überraschuug gegeben,
durch die das weitere bestehen des Bundes infrage
gestellt werden konnte. Ich hatte in der letzten Zeit nur
wenig für unseren Bund tun können. Nun trat auch an
Damaschke, der das Bundesorgan geleitet und mich wäh-
rend meiner Abwesenheit vertreten hatte, die Frage her-
"TFF fe, Fabrikantensorgen! Eisenach 1896 S. 54.
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