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Setzungen manche Härten mit sich bringen, und dass vielfach nur
der gute Wille der Syndikatsleute sie mildern kann. Sie ver
sprechen da vieles. Wollte man die Zechen etwa zwingen, die
Arbeiter stets weiter zu beschäftigen, so würde wohl bald die
Erscheinung einer grossen »freiwilligen« Abkehr sich zeigen, wo
mit die Arbeiter in derselben Lage wären, wie bei der Abkehr
infolge Stilllegung.
2. Eine zweite für die Entwicklung der wirtschaftlichen Be
triebsform wichtige Bestimmung des neuen Syndikatsvertrages ist
die, dass der Selbstverbrauch der Zechen von Einschränkungen
und Umlagen seitens des Syndikats befreit ist. Unter den Selbst
verbrauch wird aber auch die Förderung gerechnet, die die sog. Hüt
tenzechen zum Betriebe der Hütten nötig haben. § I Absatz 2
letzter Satz des neuen Syndikatsvertrages besagt nämlich: »Für
diejenigen Zechenbesitzer, welche bei Abschluss dieses Vertrages
gleichzeitig Eigentümer von Hüttenwerken sind, gelten auch die
zu den eigenen Verbrauchszwecken ihrer Hüttenwerke und deren
Zubehör erforderlichen Produkte als Selbstverbrauch.« Nur durch
diese Konzession konnte man die mächtigen gemischten Eisen
werke mit ihren Kohlenzechen zum Eintritt in das Syndikat be
wegen. Diese sind nun die eigentlichen Hechte im Karpfenteiche.
Denn während die reinen Eisenwerke höhere Kohlenpreise zahlen
müssen, haben die gemischten Werke alle Vorteile der Unter-
nehmungs- oder gar Betriebskombination. Damit werden die
reinen Werke der Eisenindustrie fast vernichtet und müssen sich
ebenfalls vertikal konzentrieren bezw. sich angliedern. So wird
durch die Erscheinungen der horizontalen Konzentration in der
Kohlenindustrie und den ersten Eisenproduktionsprozessen die
vertikale Konzentration im Eisengewerbe, wenn auch nicht ge
schaffen, so doch eminent beschleunigt 1 ). Wir haben ihr rapides
Wachsen schon oben an dem Gegenüberstellen der Steigerung
der Förderziffern gezeigt. Die Hüttenzechen aber sind ihrerseits
wieder der Keil, der einmal das Kartell auseinandertreibt. Denn
sie fördern fortdauernd intensiv, um ihren ganzen Bedarf aus
ihren eigenen Zechen zu bestreiten, d. h. den reinen Kohlenzechen
ein grosses Absatzgebiet zu nehmen. So fördern einige Werke
überaus angestrengt, andere mit Feierschichten. Das erste sind
die früher aussenstehenden, die grosse Vorteile bekamen, das
1) Vgl. Hans Gideon Heymann, Die gemischten Werke . . . .