Full text: Nationale Bodenreform

zugute. Sie erhöht nur die Bodenpreise, in denen die 
höhere und dichtere Bebauung im voraus eskomptiert 
wird. Von Ärzten ist dagegen nachgewiesen worden, daß 
die Sterblichkeit mit der Höhe der Stockwerke zunimmt. 
Herzleidende gehen früher zugrunde und genesende gehen 
nicht aus, weil sie die Treppen scheuen. Die Mietkaserne 
ist ihrem Wesen nach kind erf e in d l i h. Durch die 
Förderung des Kleinhauses kann die Zahl der Besitzen- 
den vermehrt werden. Den Familien wird durch den Be- 
sitz einer durch eigene Kraft erworbenen Heimstätte ein 
fester Halt gegeben. Die heranwachsende Jugend wird 
mit neuem Heimatgefühl erfüllt, die Bevölkerung wird 
wieder bodenbeständiger werden. Nicht die Mietkaserne 
mit luft- und lichtlosen Höfen, unzufriedenen Mietern 
und wechselnden Besitzern, das Kleinhaus und das Fa- 
milienhaus mit Garten müssen die Wohnung des deut- 
schen Arbeiters werden. 
T): Zustände, die durch eine verfehlte Bodenpolitik 
unter der Herrschaft des laisser aller entstanden 
sind, sind so traurig, daß es garnicht nötig ist, dagegen mit 
Übertreibungen vorzugehen. In den Vorträgen und 
Schriften Dr. Damaschkes ist immer wieder auf die er- 
schreckend große Zahl von Wohnungen mit einem heiz- 
barem Zimmer hingewiesen worden, die im Jahr 1910 in 
Berlin vorhanden waren und dauernd mit 5 und mehr 
(bis 13) Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts 
bewohnt gewesen sind. Er hat in seinem Buch Bodenre- 
sorm, 14. Auflage auf S. 10, die Zahl 41 991 angegeben. In 
der Zeitschrift Bodenreform 1919 S. 26 dagegen die Zahl 
41 968 und in seiner Geschichte der Nationalökonomie, 13. 
Aufl. Bd. 2 S. 416 und in der Bundeszeitschrift 1926 S. 110 
die Zahl 41 963. Die richtige Zahl ist 41 965. Man findet 
sie in der Wohnungaufnahme des Statistischen Amts der 
Stadt Berlin vom 1. Dezember 1910 auf Seite 23, wenn 
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