Full text: Leistung und Wert

204 — 
auch in der Auflösung begriffen sein, Werte, die eine Zusammen- 
fassıung auf einem Kapitalkonto nötig machen. Das ist nichts der 
Liquidation Eigenes. Indem das Kapital allerdings nicht mehr seinen 
Charakter dem laufenden Erwerbsgeschäft entnimmt, namentlich 
eine Ertragsverfügung nicht mehr beeinflussen soll, vielmehr selbst 
zur Ausschüttung bestimmt ist, erscheint es begründet, das Kapital- 
konto als Liquidationskapitalkonto zu bezeichnen und es in der 
Bilanzrechnung entsprechend zu überschreiben. Aber es ist kein 
durch die Liquidation bedingtes Konto. Die Mehr- oder Minder- 
erlöse, die das Liquidationskapital regulieren, das Liquidationsauf- 
wandskonto, das Konto der Liquidationsunterschiede liefern nur 
Teilbilder. Würde man unter Verzicht auf diese Konten alle Kapital- 
veränderungen auf das Kapitalkonto unmittelbar buchen, so würde 
es ein reichhaltigeres Bild und eine Übersicht der Liquidation geben, 
aber das Kapitalkonto bleibt es doch. Überträgt man das „liquid“, 
verteilbar werdende Geld auf ein besonderes Verteilungs- oder 
Rückzahlungskonto, so ist auch das kein Liquidationskonto im um- 
fassenden Sinne. Schließlich übt auch das Liquidationsbilanzkonto, 
das die Konten eröffnet und bei der Jahresbilanz ausgleicht, keine 
andere. Funktion aus, als das Bilanzkonto der regelmäßigen Bilanz. 
Es ergibt sich somit, daß eigentlich alle Konten ihre frühere Bedeu- 
tung erhalten, auch kein weiteres Konto denkbar ist, das seine be- 
greifliche Bildung nur durch die Liquidation erhielte. Will man ein 
Liquidationskonto einrichten, so könnte es nur in dem Sinne ge- 
schehen, daß man ihm unmittelbar alle Mehrungen durch Mehr- 
erlöse und Höherbewertungen gutschreibt und ihm alle Minder- 
erlöse und Minderbewertungen, sowie den Liquidationsaufwand be- 
lastet und den Saldo dieses Kontos auf das Liquidationskapitalkonto 
überträgt. Das Liquidationskonto, das Konto der Liquidationsände- 
rungen, tritt dann an die Stelle des Gewinn- und Verlustkontos, das 
vom Handelsgesetzbuch den Liquidationsjahresbilanzen vorge- 
schrieben ist. Da wir aber besondere Konten für Mehr- und für 
Mindererlöse, sowie für Liquidationsunterschiede führen, deren 
Salden wir auf das Liquidationskapitalkonto übertragen, so ist das 
Liquidationskonto überflüssig. 
Die Buchhaltung des Leistungsgegenstandes wird von der Li- 
quidation nach der Seite der Mengenverrechnung insofern betroffen, 
als Manches als wertlos ausgeschieden werden muß, wodurch die 
buchmäßige Menge also eine Verringerung erfährt, nach der Wert- 
seite dadurch, daß den Mengenbeständen durch die Liquidations- 
kapitalnachweisung unter Umständen ein anderer Wert beigelegt 
wird, der in den Eingang des neu zu ‚eröffnenden Liquidations- 
skontros eingestellt wird. Die Arbeitsmittel werden durch die Liqui- 
dation verkäufliche Handelsware. Die bisherigen Skontren der- 
selben, die im Ausgange, soweit nicht Verkäufe zum Zweck der Ver- 
äußerung stattfanden, nur die Wertabgabe aufführten, erhalten nun- 
mehr zunächst die Einstellung der Liquidationswerte und werden 
durch die Liauidationsverkäufe nach und nach geschlossen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.