Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Einrichtung der Stoffsammlung : Heftmethode ; 
gibt er drei Mittel an: den Inhalt der Kollektaneen all- 
mählich in bestimmten sachlich geordneten Gruppen zu- 
sammenzufassen, oder ein alphabetisches Verzeichnis der 
einzelnen Aufzeichnungen anzulegen, oder am Rande .der 
einzelnen Eintragungen auf die neu hinzukommenden No- 
tizen über den gleichen Gegenstand unter Angabe der 
späteren Seite (und Nummer) kurz hinzuweisen. — Seiner 
zweiten Art liegt die alphabetische Ordnung zugrunde. Die 
einzelnen Silben werden nach der Reihenfolge des Alpha- 
betes auf je eine oder mehrere Seiten eines größeren 
Schreibbuches verteilt und oben auf der Seite notiert. Die 
verschiedenen Aufzeichnungen werden dann nach der An- 
fangssilbe des Schlagwortes an der gehörigen Stelle des 
Sammelbuches eingetragen. — Bei der dritten Art ist die 
sachliche Ordnung maßgebend. Im Sammelheft werden die 
Seiten je nach Bedarf auf gewisse sachliche Gruppen ver- 
teilt, deren Schlagworte auf dem oberen Rande jeder Seite 
in alphabetischer Reihenfolge vermerkt werden und für die 
Eintragung der einzelnen Aufzeichnungen maßgebend sind‘). 
e) Es ist nicht nötig, auf die sonstigen mannigfachen 
Variationen der Heftmethode bis zum neuesten „Sammel- 
buch“ oder auf eine Erörterung ihrer Vorzüge und Nach- 
teile einzugehen. Zeitliche, alphabetische und sachliche Ord- 
nung erschöpfen ohnehin die Reihe der Möglichkeiten in 
den Hauptlinien der Anlage. Für die Praxis der wissen- 
schaftlichen Arbeit hat sich diese Heftmethode nach dem 
Urteil der allgemeinen Erfahrung nicht bewährt. Für die 
Stoffsammlung zu wissenschaftlichen Zwecken erfordert sie 
bedeutend mehr Zeit und Arbeit, ist weniger übersichtlich 
und viel schwieriger verwendbar als die moderne Zettel- 
methode. Was sich Gutes und Brauchbares in der alten 
Weise findet, läßt sich bei dieser neuen Art leicht mit 
Nutzen verwenden. 
Für Anfänger kann vielleicht die einfache Heftmethode 
noch empfehlenswert scheinen, wenigstens da, wo es sich 
') J. Mabillon, Traite des etudes monastiques 2 ch. 14, 
172
	        
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