Das inhaltliche Verständnis. Falsches Verständnis 199
kann. Es ist eine Arbeit, die schon in sich selbst hohe
Freude und Befriedigung gewährt und uns in den Stand
setzt, im Dienst der Wissenschaft und zur Förderung der
Erkenntnis der Wahrheit Ersprießliches zu leisten. Übrigens
wird man sich auf einem enger begrenzten Gebiet, wie es
besonders für den Anfang stets zu empfehlen ist, schon
verhältnismäßig bald und ohne allzu große Anstrengungen
hinreichend auskennen. „Dimidium facti qui coepit habet:
sapere aude“.
Als Hilfsmittel dienen für diesen Teil der wissenschaftlichen Arbeit
die Handbücher der Archäologie, Geographie und Geschichte, insbesondere
der Kulturgeschichte, für die verschiedenen Länder, Völker
und Zeiten. Die wichtigsten werden in den früher (n. 57, 1f) p- 191 f)
genannten philologischen Handbüchern und Grundrissen angeführt. Für
die Einzelfragen ist die Fachliteratur eines jeden Gebietes zu vergleichen.
Vgl. auch X. Bernheim, Lehrbuch® 279—323.
Als Voraussetzung für das Verständnis des Textes bei handschriftlichen
Quellen wäre noch die Schriftkunde (Paläographie und Handschriftenkunde)
zu behandeln, als deren Begründer Jean Mabillon mit
seinem Werke „De re diplomatica libri sex“ (Paris 1681) und Bernard
de Montfaucon mit seiner „Palaeographia graeca“ (Paris 1708) zu betrachten
sind, Wir müssen uns bescheiden, auf die Behandlung der
einschlägigen Fragen und die bibliographischen Angaben bei Friedrich
Blass, Palaeographie, Buchwesen und Handschriftenkunde (in: Handbuch
der klass. Altertumswissenschaft von /. Müller 1 [°München 1892]
299—355), E. Bernheim, Lehrbuch® 289—306 und K. Breiholz in:
Grundriß der Geschichtswissenschaft von Al. Meister 1, 1 (Leipzig 1906)
Q1—130 zu verweisen. Die wichtigsten Hilfsmittel für die griechische
und lateinische -Paläographie sind: Ed. Maunde Thompson, Handbook
of Greek and Latin Palaeography. New edition. London 1908; Wühh.
Wattenbach, Anleitung zur griechischen Paläographie. Leipzig 1895;
ders., Anleitung zur lateinischen Paläographie, ‘Leipzig 1886; Wilh.
Arndt, Schrifttafeln zur Erlernung der Jateinischen Paläographie,® von
M. Tangl. Berlin 1897 f; Franz Steffens, Lateinische Paläographie.
Freiburg i. S. 1903 ff; M, Prou, Manuel de paleographie latine et
francaise du VIme au XVIIme siecle, suivi d’un dietionnaire d’abbreviations.
?Paris 1892; E. Chätelain, Paleographie des classiques latins.
Paris 1894—1900; Thompson-Fumagalli, Paleografia greca © Jatina.
2Milano 1899; Cesare Paoli, Programma di paleografia latina, 3 fasc.
2Firenze 1885—1902,
59. Falsches Verständnis. Um auf dem Wege
der sprachlichen und inhaltlichen Auslegung das Ziel des