25, Die Beurteilung der Quellen
Einwendung aber, die mir ein Professor der Pathologie in Bezug auf
diesen typischen Fall machte: „Wenn wir einen solchen Fall zugeben,
welche Konsequenzen müßten wir daraus ziehen?“, wird man auch
nicht als wissenschaftlichen Grund für die Leugnung der Glaubwürdigkeit
und Wahrheit des Wunderberichtes ansehen können.
Es bleibt schließlich als Grund dieser Leugnung nur die kritische
Scheu vor der Wunderfrage bestehen, mit der sich, wie Charles de Smedt
zutreffend bemerkt (Principes 35), nur die allerwenigsten Kritiker in
ernster wissenschaftlicher Weise beschäftigt haben. Nicht auf seiten
des Wunderglaubens, der historisch unanfechtbare Berichte auch bei
einem Wunder als glaubwürdig anerkennt, liegt hier der Mangel an
Voraussetzungslosigkeit, sondern auf seiten jener Wunderscheu, die philosophische
Voraussetzungen von der angenommenen, aber nicht bewiesenen
Unmöglichkeit eines Wunders unberechtigterweise in die
historische Untersuchung hineinträgt.
Für die ausführlichere Behandlung dieser Frage sei auf die Einleitung
zu meiner Erklärung der „Wunder des Herrn“ und die reichlichen
Literaturangaben daselbst verwiesen (1? [Innsbruck 1907] 3—126).
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