29 Autor und Verleger
Welt“?). Darum muß der Autor seinem Verleger auch volles
Vertrauen entgegenbringen können.
3. Weiterhin muß die Schrift auch dem gewöhnlichen
Kreise der Verlagstätigkeit einer Firma entsprechen. Be-
faßt sich ein Verleger bloß mit belletristischer Literatur,
so werden ihm für gewöhnlich streng wissenschaftliche
Schriften nicht in den Verlag passen. Häufig fehlen ihm
auch die nötigen Einrichtungen und Verbindungen, die für
einen wissenschaftlichen Verlag erforderlich sind. Zu einem
ersten Versuchsobjekt wird nicht jeder seine Schrift her-
zugeben bereit sein. Es macht immer doppelte Mühe, auf
einem noch ungebahnten Wege glücklich voranzukommen.
4. Wenn möglich wird mar. auch, unter sonst gleichen
Verhältnissen, einen Verlag bevorzugen, der gerade für das
Spezialfach der eigenen Studien und Arbeiten sich besonders
eignet durch seine Einrichtungen und seine bewährte Tätig-
keit auf diesem Gebiete,
87. Die Honorarfrage. Die fertige Arbeit ist für
den Verfasser das Kind vieler Mühen und Sorgen gewesen
und hat in der Regel auch große materielle Opfer gefor-
dert. Er kann daher mit vollem Recht auch einen ma-
teriellen Ersatz und Entgelt vom Verleger erwarten, für
den seine Schrift vielleicht eine gute Erwerbsquelle werden
wird.
1. Es wäre aber ein Irrtum, wenn der Autor die Höhe
seines Honorars in erster Linie mit dem Maßstab der auf-
gewandten Mühe und Opfer bemessen wollte. Der Ver-
leger muß sich, um überhaupt existieren zu können, not-
wendig auf den geschäftlichen Standpunkt stellen und vor
allem fragen, welchen Absatz wird das Buch voraussichtlich
haben und zu welchem Ladenpreis soll es verkauft werden.
Diese beiden Faktoren, Absatz und Ladenpreis, sowie die
Höhe der Herstellungskosten sind deshalb auch für die Höhe
des Honorars an erster Stelle maßgebend. Im Zusammen-
hang damit können dann auch andere Gründe und Rück-
') H. Keiter, Praktische Winke 23.
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