Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Format, Papier und Satz 305 
fungen in Betracht. Das unbequeme Folio- und Quartformat 
wird heutzutage gewöhnlich nur noch gewählt, wenn Ta- 
bellen oder Karten oder "Tafeln es wünschenswert er- 
scheinen lassen. 
3. In bezug auf das Papier wird der Autor in seiner 
Wahl sehr beschränkt und zumeist auf seinen Verleger 
angewiesen sein. Er kann aber seinen Einfluß dahin geltend 
machen, daß möglichst holzfreies Papier für sein Werk 
genommen werde. Für wissenschaftliche Werke, die von 
dauerndem Werte sein sollen, ist die Verwendung von 
reinem Lumpenpapier dringend zu wünschen. Wie es sonst 
schon nach 30 oder 40 Jahren mit einem Werke gehen 
kann, das für Jahrhunderte bestimmt war, zeigen manche 
der früheren Bände der „Monumenta Germaniae historica“ : 
das nicht holzfreie Papier ist schon in dieser kurzen Zeit 
vielfach ganz gelb und fleckig und brüchig geworden. 
Außerdem empfiehlt es sich, kein glänzendes 
Papier zu nehmen, wenn es nicht wegen der im Text 
selbst anzubringenden Illustrationen nötig ist. Der Glanz 
des Druckpapiers tut, namentlich wenn man bei Nacht 
lesen muß, manchen Augen leicht wehe. Für die Illustra- 
tionen kann man für gewöhnlich eigene "Tafeln mit dem 
geeigneten Papier herstellen lassen. 
4A, Hinsichtlich des Satzes oder der Typen’ hat der 
Autor zunächst die Wahl zwischen der sogenannten deut- 
schen (Fraktur) und der lateinischen Schrift (Antiqua). Für 
wissenschaftliche Werke, die auch auf ausländische Leser 
etwas Rücksicht zu nehmen haben, wird der lateinische 
oder Antiqua-Satz den Vorzug verdienen. 
Auch für die Bestimmung der Größe und der beson- 
deren Art. der Schrift innerhalb der beiden Hauptklassen 
wird der Rat des Verlegers und das Muster anderer ge- 
druckter Werke am leichtesten den rechten Weg finden 
lassen. Für die gewöhnlichen Oktavformate kommen vor- 
züglich die sogenannten Cicero-, Korpus- und Borgis- 
Schriften in Betracht, für die Anmerkungen und den Klein- 
druck das gewöhnliche Petit oder das noch kleinere Non- 
Fonck., Wissenschafıliches Arbeiten. 3, Aufl. a) 
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