Se Der Titel
Selbst das spanische Gegenstück zu unserem „Wissenschaftlichen
Arbeiten“, nämlich die Schrift von Zacartas
Garcia Villada: „Como se aprende a trabajar cientificamente“
mit dem Untertitel „Lecciones: de Metodologia
y Critica Histöricas“ hebt auf dem äußeren Umschlag als
Haupttitel hervor: „Metodologia y Critica Histöricas“, läßt
den ersten Vornamen des Verfassers ganz weg und gibt
den eigentlichen Titel in kaum noch lesbarem Kleindruck
wieder, lauter methodologische Ungehörigkeiten.
8. Zu meiden ist endlich die Mode, auf dem Titel die
Jahreszahl auszulassen und ferner die Gewohnheit,
den ganzen Titel mit lauter gleichmäßigen großen
Anfangsbuchstaben zu schreiben. Eberhard Nestle hat auch
in diesem Punkte ganz recht, wenn er mit aller Entschiedenheit
seine „Bitte um Jahreszahlen“ stellt und fordert, daß
man bei den Titeln die großen Anfangsbuchstaben hervortreten
lassen solle!). Wenigstens sollten, wenn schon lauter
Großbuchstaben verwendet werden, durch ihre verschiedene
Größe die mit großen und kleinen Anfangsbuchstaben geschriebenen
Worte unterschieden werden, und wenn aus
irgendeinem Grunde die Zahreszahl auf dem Titelblatt wegbleibt,
sollte sie wenigstens auf der Rückseite des Titels
oder am Schluß der Einleitung zu finden sein. „Ausgaben,
bei denen das Druckjahr nirgends angegeben ist, sollte es
überhaupt nicht geben.“?)
Zu den verkehrten Titelmoden läßt sich in gewissem Sinne auch
rechnen die wohl nicht ganz zufällige Erscheinung, daß der Titel in
nicht seltenen Fällen durch Sprach- und Druckfehler verunziert erscheint.
Bei ausländischen deutschen Drucken mag man es ja noch
leichter verzeihen, obwohl es stets einen ungünstigen Eindruck macht,
wenn man gleich auf dem Titel derartigen sprachlichen Schnitzern begegnet.
Auch bei lateinischen Titeln wird man den Gelehrten ob seiner
1) E. Nestle in: Zentralbl. f. Bibl. 14 (1897) 241 f; 19 (1902)
466 f.
2) Otto Stählin, Editionstechnik 409. — Das dort für die großen
Anfangsbuchstaben angeführte Beispiel von Burkitts Evangelion da-Mepharresche
ist nicht ganz glücklich, weil da-Mepharresche als Transkription
der syrischen Worte auch ohne große Initialen da-mepharresche
geschrieben werden kann.
„PA