356 Regierungsrat Dr. Werner Teubert:
meter, während in der gleichen Zeit die Leistungen der deutschen Eisenbahnen
im Güterverkehr von 10,9 auf 56,3 Milliarden Tonnenkilometer
stiegen, also in geringerem Maße als die der Schiffahrt, Dabei veränderte
sich das befahrene Wasserstraßennetz von etwa 10 000 km nur
wenig, während das Eisenbahnnetz von 26 500 auf 58 500 km sich ausdehnte,
In welchem Maße diese so rasch zunehmende Belebung der
Wasserstraßen in einigen wichtigen Verkehrspunkten, für die sich die
Statistik zurückverfolgen läßt, zum Ausdruck kam, zeigen folgende
Zahlen:
Binnenwasserstraßenverkehr wichtiger Häfen und Grenzstellen,
Gütermengen in 1000 t.
In den Häfen | Im Jahre:
1881-1885”) 1900 | 1910 | 1913 | 1922 | 1923 | 1924°*”)
Königsberg. . . angekommen! 425 694 1051| 978 | 289| 283| 332
( angekommen — 80| 645 1368| 444 482 695
Kosela + A abgegangen x 813 ll E er 1 854
Berlin‘). . . . angekommen! 2977 |4783| 5197| 3390| 1686|1400| 2218
| angekommen 1200 |2709| 5109| 5382| 2438!2574 3080
Hamburg . . . abgegangen ! 1300 |3537 or 7251| 2418 2223 2998
Duisburg-Ruhrort | abgegangen | 1918 WW "a 10 95731666 15513
Köln. . . . . angekommen‘ 180 605| 897' 1072| 821 1607 1100
Mannheim . . . angekommen 1 134 4543| 5757 6563! 6314' 760 6343
Durchgang an der
Grenze bei:
(zu Berg ınal 432) ni] 784 204 286| 1763
Schandau .. .l 74 Tal | 1626 = 27 U 577 Sl 1105
ER eHchUN ıf zu Berg 1 726 9 038 | 17 254 | 19 823 |11 531 | 7 202 11 601
\zu Tal 2612 |a153 12 877 117 638 | 8931 ı 4970 | 19 064
Die stärkste Entwicklung nahm der Rheinverkehr, besonders bei
Emmerich, wo über ein Drittel aller auf deutschen Wasserstraßen beförderten
Gütermengen über die deutsch-holländische Grenze ging und
die Ausfuhr in den 35 Jahren sich verzehnfachte, Dies war in erster
Linie dem Kohlenversand in den Duisburg-Ruhrorter Häfen zuzuschreiben,
die sich zum größten Binnenhafen der Welt entwickelten
und auch noch von 1910—1913 bedeutend an Verkehr gewannen. Demgegenüber
war die Entwicklung in den drei nächstgrößten deutschen
Binnenhäfen, Berlin, Hamburg und Mannheim, die schon in den 80er
Jahren einen großen Verkehr aufwiesen, geringer. Der Krieg brachte
") Jahresdurchschnitt.
**) Ohne Vororte; einschließlich dieser 1913: 7951; 1924; 4544,
**°) Für das ganze Reich liegen die Verkehrszahlen für 1924 noch nicht vor.