XXI. Capitel.
Die Gründung des deutschen Adelsvereins
in Texas.
Nach der französischen Revolution von 1830 bemächtigte
eine grosse L nruhe der höheren Stände in Centraleuropa
an fühlte, dass die Zustände unhaltbar geworden seien, eine
g Umwälzung bevorstehe. Unter den kleinen deut
^chen Reichsfürsten und dem höheren Reichsadel sah mar
‘ch nach einer Zufluchtsstätte für den Fall um, dass der
Putschen Kleinstaaterei und vielleicht auch dem Privatgross-
S^undbesitz ein Ende gemacht werde.
Im englischen Adel herrscht heut zu Tage eine ähnliche,
gerechtfertigte Besorgniss, und viele adelige Familien haben
u H Amerika sich bereits Besitzungen erworben
^ in Cultur gebracht, die ihnen mehr eintragen, als ihre
^^gestammten in England, und auf denen sie, im Falle einer
de Revolution, eine Zuflucht finden können, um sich vor
V ir bewahren, das den französischen Adel, dessen
onimenheit in der Zeit des Ancien-Regime Taine so un-
^ ertrefflich schildert, und der damals — wie ein Theil des
tinentalen Adels jetzt — jeder Voraussicht und jeder That-
baar war, betroffen hat.
Deutschland entstand der Plan, jenseits des Weltmeeres
'ind ^i^ Neudeutschland mit Adel, Grossgrundbesitz
So ^uernbesitz zu schaffen. Texas, ein ungeheures Gebiet,
ST^’oss wie Spanien, Portugal und Frankreich zusammen ge-
jjj ^^en und mit nur etwa 60.000 weissen Einwohnern, schien
j.« geeignet. Dieses Land hatte sich von Mexico losge-
war noch nicht an die Union annectirt. Mit etwas