Object: Rationalisierung als Kulturfaktor

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B. Betrachtungen 
einfacher und müheloser gestaltet werden können, die Arbeitsordnung 
und Arbeitslenkung systematischer, die Gliederung des Betriebes, der 
einzelnen Werkstätten und Magazine übersichtlicher und planvoller, die 
Arbeitsraͤume aͤsthetisch und hygienisch befriedigender werden, wenn 
Werkzeuge und Arbeitsmaschinen mit geringerer Mühe als früher zu 
handhaben sind, so wird das Bedauern über den Verlust der handwerk⸗ 
lichen Schaffenstotalitaͤt gering sein. 
Neben diesen Kompensationsmöglichkeiten sind alle übrigen Ver⸗ 
suche das durch die Arbeitsteilung entstandene Leid anderwärts zu 
kompensieren, sekundärer Natur. Dies gilt vor allem auch für ein in 
den letzten Jahren viel erörtertes System: die sogenannte „Gruppen⸗ 
fabrikation.“ Professor Hellpach hat als Leiter des sozialpsychologischen 
Seminars an der technischen Hochschule in Karlsruhe eine Reihe von 
Arbeiten über Arbeitspsychologie herausgegeben, von denen das Buch 
des Diplomingenieurs R. Lang über „Gruppenfabrikation“ (er⸗ 
schienen als Band J der „Sozialpsychologischen Forschungen des 
Instituts für Sozialpsychologie an der Technischen Hochschule Karls⸗ 
ruhe“, Verlag Springer, Berlin, 1922) die umfassendste und auf⸗ 
schlußreichste ist. Hellpach hat zu dem Langschen Buch ein Geleitwort 
geschrieben, in welchem er die Fabrikfrage schlechthin die Lebensfrage 
der industrialisierten Volker des Abendlandes nennt, und in dem 
er fragt: „Wie kann Fabrikarbeit ein Glied im Menschentum des sie 
Leistenden werden, wie aus einer Serie von Verrichtungen ein Ganzes 
von Leistungen — wie ein Beruf statt einer bloßen Beschäftigung ?“ 
Die Zukunft der Industrievölker häänge davon ab, „ob es ihnen gelingt, 
für die gewerbliche Großproduktion Formen zu finden, die den wert⸗ 
vollen Antrieben der Fabrikarbeit eine angemessene Verwirklichung 
und Auswirkung ermöglichen. Gelingt das nicht, so wird derjenige 
Teil der Produktivkräfte, dem die überkommenen Produktionsformen 
zu eng geworden sind — die menschlich⸗seelischen Kräfte — diese Pro⸗ 
duktionsformen sprengen und dann vielleicht das Phänomen Fabrik 
für immer zerstören!“ (S. 85). Hellpach sieht die Erfordernisse einer
	        
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