thumbs : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Zuckerfabrikation.

Wasser  behandeln.  Die  Normalmenge  Brei  wird  in  den  Kolben  gegeben,  mit
4—5  ccm  Bleiessig  versetzt,  der  Kolben  bis  zu  4 / 5  mit  Wasser  aulgefiillt  und
1 / 2 —1  Stunde  bei  76—80°  im  Wasserbade  erwärmt;  darauf  kühlt  man  ab,  entfernt
den  Schaum  durch  Äther,  füllt  bis  zur  Marke  auf,  filtriert  und  polarisiert  nach
Zusatz  von  1—2  Tropfen  Essigsäure,  wie  üblich.
Alle  diese  Verfahren,  Alkohol-  wie  Wasser-,  kalte  wie  warme  Behandlung,
liefern  gute  und  übereinstimmende  Ergebnisse,  wenn  die  angegebenen  Vorschriftsmaßregeln ­
  beachtet  werden.  Jedoch  ist  die  warme  Alkoholextraktion  am  genauesten ­
  und  für  wissenschaftliche  Untersuchungen  am  meisten  zu  empfehlen.  Für
Massenbestimmungen  wendet  man  die  von  Müller  verbesserte  PelletscheDurchflußröhre
  an,  welche  eine  ununterbrochene  Polarisation  gestattet.  Die  Eöhre  hat
an  beiden  Enden  dicht  vor  den  Deckgläsern  zwei  B,ohrstutzen,  durch  welche  man
mittels  Hebevorrichtung  die  Zuckerlösungen  ununterbrochen  ein-  und  austreten
lassen  kann.
2.  Untersuchung  des  Saftes.  Dieses  ältere,  jetzt  kaum  mehr  angewendete  Verfahren ­
  der  Untersuchung  der  Zuckerrüben  für  technische  Zwecke  besteht  darin,  daß
man  die  von  Wurzelfasern,  Eübenköpfen  und  anhaftender  Erde  usw.  befreiten  Eüben 1 )
entweder  zu  feinem  Brei  zerreibt  oder  mit  einer  kleinen  Scknitzelmaschine  zu
Schnitzeln  zerschneidet,  Brei  oder  Schnitzel  zwischen  geeigneten  dichten  Preßtüchern
mittels  einer  Spindel-  oder  hydraulischen  Presse  gehörig  auspreßt,  den  in  eine
Flasche  gefüllten  Saft  durch  Evakuieren  mittels  der  Wasserstrahlpumpe  von  Luft
befreit  und  den  Saft  zu  folgenden  Bestimmungen  benutzt:
a)  Spezifisches  Gewicht.  Dieses  kann  mit  dem  Pyknometer  oder  noch  bequemer
mit  der  Westphalschen  Wage  ermittelt  werden  (vergl.  unter  Milch.  S.  449;.  Unter  Umständen
wägt  man  die  zur  Polarisation  abgemessenen  100  oder  60  ccm  des  Saftes  und  erfährt  auf
diese  Weise  gleichzeitig  das  spezifische  Gewicht.  Auch  kann  man  hierfür  gute  Aräometer
verwenden;  für  Zuokerlösungen  insbesondere  hat  Balling  eigene  Aräometer  angefertigt,
welche  nicht  das  spezifische  Gewicht,  sondern  direkt  die  Zuckerprozente  augeben  und  daher
„Saccharometer“  genannt  werden;  hätte  man  z.  B.  eine  reine  Zuckerlösung  von  1,07441
spezifischem  Gewicht,  so  würde  die  Skala  des  Saccharometers  an  dem  Punkt,  bis  zü  welchem
dasselbe  in  jene  Lösung  einsinkt,  die  Zahl  18,0  tragen,  die  Lösung  also  in  100  Gewichtsteilen ­
  =  18,0  Teile  Zucker  enthalten.
Später  hat  Brix  die  Saccharometerskala  von  Balling  aufs  neue  berechnet  und
revidiert;  indes  haben  sich  nur  geringe  Differenzen  herausgestellt,  welche  für  die  Praxis
keine  Bedeutung  haben.  Saccharometergrade  (oder  Zuokerprozente)  nach  Balling  und
Brix  sind  daher  im  wesentlichen  gleich,  indes  werden  die  nach  dem  spezifischen  Gewichte
abgelesenen  Zuokerprozente  bei  Eübensäften  allgemein  als  „Grade  Brix“  aufgeführt.
Über  die  den  einzelnen  spezifischen  Gewichten  entsprechenden  Grade  Brix  und  Beaumö
vergl.  am  Schluß  Tabelle  XIII  und  XIV.
Selbstverständlich  bedeuten  die  für  ZuckerrübensafLLösung  gefundenen  Grade  Brix
nicht  reinen  Zucker,  sondern  schließen  auch  die  „Nichtzuckerstoffe“  mit  ein;  sie  geben
daher  einen  mehr  oder  weniger  genauen  Ausdruck  für  „gesamte  feste  Stoffe“  des  Saftes.
Um  die  wirkliche  Zuckermenge  des  Saftes  zu  linden,  wird  ein  weiterer  Teil  des  Saftes:
b)  zur  Bestimmung  der  Saccharose  durch  Polarisation  verwendet.
100  ccm  des  Eübensaftes  werden  in  einem  Kölbchen,  in  dessen  Halse  sich  eine  Marke
für  100  ccm  und  eine  solche  für  110  com  befindet,  genau  bis  zur  zweiten  Marke  —  nötigenfalls
unter  Anwendung  von  etwas  Äther  zur  Beseitigung  ,  des  Schaumes  —  mit  10  ccm  Bleiessig
(die  Bereitung  siehe  am  Schluß  unter  Lösungen)  versetst,  tüchtig  durchgemischt  und  10

*)  Hat  man  eine  größere  Anzahl  Rüben,  so  nimmt  man  entweder  nur  die  Hälfte
oder  ein  Viertel  der  der  Länge  nach  geteilten  Rübe.
            
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