Bautätigkeit zur Hand sein, daß sie den oft ganz gewaltigen und
urplötzlich austretenden Schwankungen des Wohnungsbedarfs nicht
beständig einen Wohnungsoorrat von 3 % zur Verfügung stelle.
Das Statistische Amt der Stadt Mannheim bemerkt zu diesem Punkte
einmal treffend: „Die priupte Bautätigkeit kann ihrer schwerfälligeren
Natur nach gar nicht genau und rasch genug den Schwankungen
in der Bevölkerungszunahme folgen, verliefen die wirtschaftlichen
Gezeiten in sanfter Wellenlinie, dann ließe sich wohl denken,
daß die Bautätigkeit imstande wäre, allzu große oder kleine Abstände
zwischen Bedarf und Vorrat zu vermeiden, in unserem heutigen
Wirtschaftsleben mit seinen grellen Kontrasten wird das aber
unmöglich sein. An einen gänzlichen Ausgleich vollends ist gar nicht
zu denken, solange ein Haus nicht ebenso rasch erbaut und beseitigt
werden kann, wie der Wanderstab ergriffen und in die Ecke gestellt
ist."
Damit wird richtig aus den entscheidenden Punkt hingewiesen.
Eine wesentliche Ursache für die Zustände, die heute auf dem großstädtischen
Wohnungsmarkt herrschen, für sein Hin- und Herschwanken
zwischen Wohnungsmangel und Wohnungsüberfluß, liegt in der
schrankenlosen Freizügigkeit, die heute die Bevölkerung aller Staaten
besitzt. Indem wir das hervorheben, liegt es uns selbstverständlich
fern, etwa eine Einschränkung der Freizügigkeit befürworten
zu wollen. Es ist hier überhaupt nicht unsere Aufgabe, Forderungen
zu erheben, sondern nur soziale Zusammenhänge festzustellen,
was wir zu betonen haben, ist daher nur das: Wenn man in der
Freizügigkeit ein so wertvolles Recht sieht, daß man an ihr nicht
gerüttelt wissen will, dann hat man auch kein Recht, über die private
Bautätigkeit als unfähig zur Erfüllung ihrer Aufgabe den
Stab zu brechen. Venn die jetzigen Verhältnisse auf dem wohnungsmarkt
sind eben wesentlich eine Folge der schrankenlosen Freizügigkeit
und können nur, wenn man aus diese verzichtet, geändert
werden.
Damit sind wir überhaupt bei dem Rardinalpunkte des Streites