Object : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Mikroskopische  Untersuchung.  Erdnuß,

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wonnenen  Kuchen  haben  häufig  einen  rötlichen  Schein.  Für  die  Beurteilung  der
Beschaffenheit  der  Erdnußabfälle  kann  auch  die  chemische  Zusammensetzung  mit
dienen,  weshalb  dieselbe  hier  mit  aufgeführt  werden  möge;  es  enthalten  im  Mittel:
Bestandteile  der  Erdnuß:
Fruchthfilse  10,60
Samenschale  (Kleie)  .
Samen  (enthülst)  .  .
Erdnußkuchen
Unenthülst  ....
Wenig  entschält  .  .
Besser  entschält

Wasser

Stickstoffsubstanz ­


Fett

Stickstofffreie ­

Extraktstoffe

Rohfaser

Asche

°/o

°/o

°/o

°/o

°/o

°/o

10,60

7.10

2,26

18,25

61,80

3,00

8,20

7.68

3,50

22,98

53,20

4,50

7,48

27,52

44,49

15.65

2,37

2,49

11,11

30,71

9,04

19,38

23,43

6,33

11,01

45,63

7,29

25,43

5.81

4,93

10,66

47,63

7,99

23,75

6,01

4,87

9,65

48.82 1 )

7,67

27,39

4,04

4,43

Völlig  entschält  und  von  Würzelchen ­
  befreit  (beste  Sorte  aus
Eufisque-Samen) 1 )  ....
Mitunter  enthalten  die  Erdnußkuchen  größere  Mengen  Haare  von  den  Preßbeuteln: ­
  derartige  Ölkuchen  sind  mit  Recht  bei  den  Landwirten  weniger  beliebt,
weil  sie  leicht  zu  Verstopfungen  und  Zusammenballungen  im  Darm  Veranlassung
geben  können.  Aus  dem  Grunde  werden  entweder  die  mittels  Wollpreßbeuteln  aus
den  besseren  Sorten  Erdnüssen  gewonnenen  Kuchen  oder  das  zerkleinerte  und  gesiebte ­
  Mehl  vorgezogen.
Je  heller  im  allgemeinen  die  Erdnußkuchen  hezw.  -mehle  sind,  um  so  besser
pflegt  ihre  Beschaffenheit  zu  sein.  Gute  Kuchen  oder  Mehle  haben  einen  reinen
bohnenartigen  Geschmack.
Nicht  selten  wird  die  Aufnahme  von  Erdnußpreßrückständen  —  besonders  solcher
aus  Marseille,  die  auch  durchweg  viel  Sand  enthalten,  —  von  den  Tieren  verweigert; ­
  sie  sind  dann  meistens  aus  verdorbenen,  nicht  sortierten  Nüssen  gewonnen;
vielfach  werden  aber  auch  unverdorbene  Erdnußkuchen  anfangs  ungern  aufgenommen.
Cohn  und  Eidam  erkannten  unter  den  Mikroorganismen  der  Erdnußkuchen;
1.  Einen  gelben,  nicht  in  Europa  vorkommenden  Aspergillus,  der  dem  Aspergillus
flavus  nahe  steht,  welcher  in  Japan  auch  auf  dem  Reis  verkommt.  Dieser  Aspergillus  erscheint, ­
  wenn  mau  das  Erdnußkuchenmehl  mit  verhältnismäßig  recht  wenig  Wasser  anrühit,
so  massenhaft,  daß  er  nach  48—60  Stunden  eine  vollständig  gelbe  Decke  bildet.
2.  Einen  schwarzen  Aspergillus  (vielleicht  Aspergillus  niger),  der  in  Form  v(m
einzelnen  Flecken  zwischen  dem  vorigen  auftritt.  Rührt  man  das  Mehl  mit  etwas  Wasser
an  und  hält  es  feuchter  als  vorhin  unter  1,  so  bilden  sich  an  den  trocknen  Stellen  nur  die
eben  genannten  Pilze,  dagegen  an  den  feuchteren  ein  dichter  Rasen  von
3.  einem  dem  Muoor  stolonifer  (auch  Rhizopus  nigricans)  ähnlichen  Pilz,  dessen
Sporen  mitunter  schon  in  dem  ursprünglichen  Mehl  aufgefunden  werden  können.
4.  Mehrere  andere  Mucor-Arten  in  geringerer  Menge,  so  Mucor  circinellus  u.  a.
Unter  den  Spaltpilzen  konnten  Cohn  und  Eidam  ein  Bakterium  und  einen
Micrococcus  mit  Sicherheit  bestimmen.  M.  Gonnermann 2 )  züchtete  aus  einem
verdächtigen  Erdnußkuchen  10  verschiedene  Bakterienarten  und  einen  Sproßpilz.
Anacker  berichtet  Uber  einen  Fall,  wo  die  Verbitterung  von  Erdnußkuchen
Kolikanfälle  mit  Diarrhöen  zur  Folge  hatte.  Diese  Erdnußkuchen  sollen  Eizinusund
  Krotonöl  enthalten  haben.  Außer  mit  Rizinus  hat  man  Verfälschungen  mit
Reisraehl,  Reisschalen,  Gerstenspelzen,  Ausputz  der  Mehl-  und  Ölindustrie, ­
  Sonnenblumensaraen  und  Sägemehl  usw.  festgestellt.
Ö  Letztere  Brduußkuohen  enthalten  mitunter  bis  zu  59  °/ 0  Protein.
2 )  Chem.-Ztg.  1894,  18,  486.
            
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