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schäftsleitung; Kosten des Bureaus, der Beidame und aller
der Empfehlung des Geschäftes und seiner Erzeugnisse
dienenden Unternehmungen, wie Preislisten, Prospekte, Kata
loge: Porti, Telegramme, Telephon; Gehälter der Beisenden,
Beisespesen; Verpackung; Kosten der Niederlage und aus-
■ wärtigen Lager.
c) Die Kosten der Geldbeschaffung: Passivzinsen (Konto
korrent, Hypotheken, Obligationen).
d) Gebühren und Steuern: Patent-, Marken- und Muster
schutz-, Lizenzgebühren; Gebühren für den Bechtsanwalt, für
Sachverständige; für Analysen, für synthetische Arbeiten,
mikroskopische, bakteriologische Untersuchungen durch In
stitute; Stempel; Prozeßkosten; Zeitungsabonnements; Ver
sicherungs-Prämien (Haftpflicht, Unfall, Transport), Steuern
samt Nebengebühren.
3. Abschreibungen und Verzinsung (Kapitalkosten
§§ 5, 53 ff.): Abschreibungen auf Fabrik- und Verwaltungsgebäude,
Maschinen, Modelle und Anlagen. Zinsen auf das Anlage- und Be
triebskapital.
4. Besondere Verkaufsspesen: Verkaufs- und Umsatz-
Provision an Agenten, Kommissionäre und Vertreter; Skonti, Babatte;
Verluste an Außenständen.
Das Wort „Unkosten“ ist im kaufmännischen Sprachgebrauch
bzw. in der Verrechnungstechnik ein Ausdruck für eine ganze
Gruppe von Ausgaben und Verlusten, ohne daß man imstande ist,
eine für alle Verhältnisse passende feste Abgrenzung zu geben 1 ).
„Die Unkosten des Geschäfts sind zu groß“, jenes Geschäft „verdient
noch nicht die Unkosten“ und ähnliche Ausdrücke werden tag
täglich gebraucht (vgl. S. 8). Die Unkosten stehen im Gegensatz
zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, obgleich auch in
diesen beiden Werten Unkosten enthalten sind.
Unternehmungskosten sind die gesamten Aufwendungen einer
Unternehmung, sind „Erwerbskosten“, d. h. Ausgaben und Verluste
zur Erzielung, Erhaltung und Sicherung eines Beinertrages. Die
Unternehmungskosten gewerblicher Betriebe zerfallen in Erzeu
gungskosten (d. s. Kosten der Bohstoffe, der Bearbeitung, Ver
arbeitung, Umwandlung oder Gewinnung bi9 zur Verkaufsfähigkeit
der Produkte), Vertriebskosten (Kosten des Verkaufs und der
Verkaufsbereitschaft) und allgemeine Unkosten, die durch
den Bestand, Betrieb, die Erhaltung und Verwaltung der Unter
nehmung als Ganzes entstehen. Diese allgemeinen Unkosten ge-
') Vgl. beispielsweise Leber, Selbstkostenberechnung von Gußstücken.
" ß; 17; Schlesinger, Selbstkostenberechnung im Maschinenbau. S. 80;
t- 1 i 1 i e n t h a 1, a. a. 0. S. 26, 72; meine Privatwirtschaftslehre, S. 41 ff.