könnte man sich einverstanden erklären. Aber auf die Dauer jeden
Mittag Butterbrote, 14 Stunde Pause und gleich wieder Arbeit, kann
niemals zur rationellen Zeitverwendung führen, Wenn sich aber die
Leute ihr' Mittagessen kommen lassen, warm machen, essen, so. ist
wenigstens 1 Stunde dazu notwendig und davon 1% Stunde auf Kosten
des Meisters, Ich behaupte ferner, daß eine durchgehende Arbeits-
zeit mit 1% Stunde Pause die Leute schneller ermüdet und dieselben
am Nachmittag nicht mehr so leistungsfähig sind, als wenn eine Mit-
tagspause gewesen wäre, Die früheren Bestrebungen, Zeit zu gewin-
nen für Bildung und Erholung sind längst hinfällig geworden, die
langen Abende werden vielfach für Schwarzarbeit ausgenutzt, Die
Leistungsfähigkeit wäre am besten ausgenutzt, wenn der Mann ge-
regelte Mahlzeiten und geregelte Arbeitszeiten hätte, etwa von
8 bis 12 Uhr und 2 bis 6 Uhr, da ist noch freie Zeit genügend übrig,
Noch vorteilhafter wäre es, könnte man am Morgen früher mit der
Arbeit beginnen, weil der menschliche Körper am Morgen mehr
leistet, aber die Art unseres Berufes läßt das in den meisten Fällen
nicht zu, weil wir vor 8 Uhr, besonders in der Stadt bei der Privat-
kundschaft nicht anfangen können. Aber wenn wir unser Gewerbe
heben, wenn wir unsere Arbeiten preiswürdig und billig herstellen
wollen, wenn wir durch rationelle Zeitverwendung mehr Arbeits-
gelegenheit schaffen, müssen die Verbände, Meister und Gehilfen zu-
sammenarbeiten und zusammen dafür sorgen, daß die Grundlagen für
verbilligte Arbeitsmethoden und Arbeitsbeschaffung gegeben werden.
Es müssen Mittel und Wege. gefunden werden, daß die Arbeitszeiten
voll ausgenutzt werden können und die unproduktiven Stunden auf
das niedrigste Maß gedrückt werden. Unser Grundsatz für die Zu-
kunft muß sein: Menschenwürdige gleichberechtigte Behandlung, gute
und angemessene Entlohnung, dafür Ausnutzung des Betriebes, wo es
geht durch möglichst große Leistung, Ein weiterer Vorteil bei der
Arbeitskraft ist in der richtigen Verwendung der einzelnen Arbeits-
kräfte zu suchen, Wie in der Natur alles verschieden ist, so sind
auch die Menschen alle verschieden und da soll der Unternehmer,
der Meister ganz besonders, darauf bedacht sein, seine Arbeitskräfte
an die richtige Stelle zu setzen, in größeren Betrieben die Arbeiter
spezialisieren, Es gibt oft tüchtige Anstreicher, die für Dekoration
nicht zu gebrauchen sind und umgekehrt. Nun kommt es sehr oft vor,
daß hier sehr viel Zeit verschwendet wird, indem der verkehrte Ge-
hilfe die Arbeit ausführt. Wenn dieser Anstreicher eine Dekoration
machen soll, quält er sich damit ab und es wird doch nichts, wogegen
ein geübter Maler die Dekoration in der halben Zeit fertiggestellt
hätte, Dies sind Zeitverluste die nicht bezahlt werden und verloren
sind, Je vollkommener ein Gehilfe in einem Berufszweig ausgebildet
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