Full text: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

ist, Es ist darauf zu achten, daß die erworbenen Werkzeuge, Ge- 
räte usw. das Fortschrittlichste auf ihrem Gebiete darstellen. Ihr 
Einkaufpreis muß so niedrig wie möglich sein, damit ihre Amortisa- 
tion den Betrieb nicht so stark belastet. Werden derartige Erwägun- 
gen bei der Organisation des Vermögens nicht angestellt, 
So kann der Aufwand des Betriebes durch Zinsen, Instandhaltungs- 
kosten, Abschreibungen mitunter s o stark belastet werden, daß sich 
eine Rentabilität nur sehr schwer erreichen läßt. Man kann bei vielen 
Betrieben der Praxis beobachten, daß die Ursachen ihrer man gel: 
haften Rentabilität nicht in der Art ihrer Auftragsbewäl- 
tigung, sondern in ihrer ganzen Vermögensstruktur zu suchen sind, 
Gewerbetreibende, die zur Betriebsfinanzierun g nicht 
über genügend Eigenkapital verfügen, müssen fIremde Kapitalien in 
Anspruch nehmen, Die Auswahl des Kapitalgebers ist vorsichtig zu 
treffen, weil Kapitalnutzungskosten,. insbesondere für fremdes Kapi- 
tal, auf die Kostengestaltung des Betriebes sehr belastend wirken. 
Die gegenwärtige und in der Zukunft bestimmt weiter bestehende 
Kapitalknappheit im Handwerk, die auch.im Malergewerbe auftreten 
wird, wirkt erschwerend auf die zukünftigen Neugründungen, Die 
Interessenvertretungen des Handwerks, insbesondere aber die Or- 
ganisationen des Malergewerbes, müssen Maßnahmen ergreifen, um 
tüchtigen Jungmeistern die Finanzierung ihrer Betriebe zu erleich- 
tern, Malerbetriebe, die, den wirtschaftlichen und technischen Fort- 
Schritten von heute entsprechen wollen, haben im allgemeinen einen 
höheren Kapitalbedarf als dies f{rüher der Fall war. Berücksichtigt 
Man, daß neben dem gestiegenen Kapitalbedarf des Malergewerbes 
die Inflation große Ersparnisse des Mittelstandes vernichtete, so‘ er- 
kennt man, daß die Finanzierung mittelständischer Betriebe in Ge- 
Senwart und allernächster Zukunft mit großen Schwierigkeiten ver- 
bunden ist. 
Wenn auch der Ka pitalbedarf, insbesondere für die 
laufenden Betriebsausgaben in hohem Maße von der Besonderheit 
der Aufträge, der Zahlungsweise der Kunden und der Zahl der be- 
Schäftigten Hilfskräfte bedingt ist, so beträgt nach unseren Beobach- 
tungen der Kapitalbedarf durchschnittlich 
vor dem Kriege heute 
des gut organisierten 
Kleinbetriebes 500 M. 700—1000 RM 
des gut organisierten 
Mittelbetriebes 2—3000 M, 3—5000 RMV 
des gut organisierten 
Großbetriebes 5—8000 M. 8000 2X und höher. 
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