Die Buchhaltung im Malerhandwerk
Von Dipl.-Kim. Franz Rößle, Karlsruhe i, B.
In den folgenden Ausführungen soll die prinzipielle Seite der Organisation
einer kalkulationsbetonten Malerbuchhaltung kurz dargestellt
werden, Die Malerbuchhaltung ist weder ein besonderes
Buchhaltungssy stem, noch ‚eine besondere Buchhaltungsme -
thode, sondern eine einfache oder eine doppelte Buchhaltung, die
auf die Eigenart der Geschäftsvorfälle, die im Malerbetrieb auftreten,
zugeschnitten ist. Besonders die im Malerbetrieb zahlreich auftretenden
Kreditgeschäfte geben der Buchhaltung ein besonderes Gepräge,
Die einfachste Buchhaltung eines Malerbetriebes wäre die, daß
der Meister ein einfaches Kassenbuch und ein Kunden- und Lieferantenbuch
führt, In das Kassenbuch werden sämtliche Einnahmen
und Ausgaben eingetragen; das Kunden- und Lieferantenbuch gibt
Aufschluß über die mit den Kunden und Lieferanten getätigten Geschäfte,
Diese einfache Buchhaltung ist mehr oder weniger
auf die Vermögensrechnung und teilweise auf die FErlolgsrechnung
des Betriebes eingestellt. Das Kassenbuch gibt uns
wohl Aufschluß über den jeweiligen Kassenbestand, aber einen Überblick
über die Art der Einnahmen und Ausgaben (sowie über die
Kosten des Betriebes) gibt es nicht, Um die Kosten des Betriebes
zu ermitteln, müssen erst besondere Auszüge gemacht werden. Daß
diese Arbeit manchen Malermeister abschreckt, dürfte klar sein.
Wenn die hier angeführte einfache Buchhaltung neben der Vermögens-
und Erfolgsrechnung auch noch Unterlagen für die Kalkulation
schaffen soll, so muß sie eine Erweiterung erfahren, Die
für die erweiterte einfache Buchhaltung erforderlichen Geschälftsbücher
kann man einteilen:
I in die unbedingt notwendigen Buchhaltungsbücher und
IL in die Hilfsbücher, die man zur Erzielung einer wirtschaftlichen
Betriebsführung zweckmäßigerweise führen wird,
Zu I, Nach der erweiterten einfachen Buchhaltung sind folgende
Buchhaltungsbücher zu führen:
1. Das Tagebuch (auch Schmierbuch genannt)
2;Das erweiterte Kassenbuch
140