Full text : Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

teile haben, die sich in der geringen Deckkraft und damit auch in
einem größeren Aufwand an streichfertiger Farbe auswirken, wenn
ein vollständig deckender Anstrich erzielt werden soll. Außerdem
wird in vielen Fällen eine größere Menge Schwerspat das spezifische
Gewicht beträchtlich erhöhen, so daß bei gleichem Gewicht eine geringere
 Raummenge an Farbe zur Verfügung steht, was wiederum
einen Mehrverbrauch zur Folge hat.
Von diesen Gesichtspunkten ausgehend haben wir Versuche
über die Ausgiebigkeit einer Anzahl der wichtigsten Malerfarben
und ihrer Verschnittsorten durchgeführt, die zu recht interessanten
Ergebnissen geführt haben, Um einwandfreie Vergleichswerte zu erhalten,
 wurde bei der praktischen Durchführung der Versuche sehr
vorsichtig vorgegangen. Die Versuchsanstriche selbst mußten alle
von derselben Hand und in genau gleicher Weise ausgeführt werden,
ebenso das Anreiben der Farben, bzw. Verdünnen derselben. Der
Verbrauch an streichfertiger Farbe wurde durch Wägung des Farbtopfes
 einschließlich Pinsel vor und nach dem Anstrich auf mindestens
 /% g genau festgestellt, Ebenso bot die Art der zu streichenden
 Flächen einige Schwierigkeiten, Diese Flächen mußten natürlich
möglichst gleichmäßig sein. In der Hauptsache wurden gleichartige
Holzbretter von nahezu 1 am Fläche benutzt, teilweise auch gut entrostete
 Eisenbleche von derselben Größe, und der Verbrauch an
Farbe wurde dann auf 1 qm umgerechnet, Der Verbrauch an Farbe
beim Streichen auf Eisenblech war geringer als bei den Holztafeln,
da diese ja mehr oder weniger Farbe aufsaugen. Bei den Versuchen
mit verschiedenen Verschnittsorten zeigte es sich jedoch, daß der
Unterschied im Gesamtverbrauch bei 3 Anstrichen sowohl bei Ver-Wendung
 von Eisenblech, als auch bei Holztafeln in etwa. gleichem
Prozentualem ‘ Verhältnis stand. Für die vorliegenden Versuche
konnten demnach ohne große Ungenauigkeiten auch Holztafeln benutzt
 werden, wenn nur auf gleichmäßige Beschaffenheit dieser
Tafeln geachtet wurde. Zu bemerken ist noch, daß, um möglichst die
Bedingungen der Praxis einzuhalten, stets auf vollständig deckende
Anstriche Wert gelegt wurde, Der Verbrauch an streichfertiger
Farbe wurde dann für jeden Versuch auch in Geldwert umgerechnet,
wobei die z, Zt der Versuche in der Malereinkaufsgenossenschaft
Karlsruhe geltenden Kleinverkaufspreise zugrunde gelegt wurden.
Die Ergebnisse unserer Versuche sind in der folgenden Tabelle zu-$ammengestellt,
 Selbstverständlich konnten dazu nicht die erhalteren
 absoluten Zahlenwerte verwendet werden, da — wie bereits
oben erwähnt — in der Arbeitsweise verschiedener Personen stets
Unterschiede vorhanden sein werden, und außerdem die Ergebnisse
nicht für verschiedenartige zu streichende Flächen, wie Eisen, Holz,

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