Full text: Rationelle Betriebsführung im Malerhandwerk

Weniger stark verbreitet als die Einkaufsgenossenschaften sind 
im Malergewerbe die Lieferungsgenossenschaften. Die Lieferungs- 
genossenschaft hat die Aufgabe, dem Einzelhandwerker die Teilnahme 
an Großaufträgen, die meist auf dem Wege der Submission vergeben 
werden, zu vermitteln, Die Genossenschaft tritt als Submittent auf 
und verteilt nach Zuschlag die Ausführung nach bestimmten Gesichts- 
punkten an die Genossen, Die Bedeutung der Lieflerungsgenossen- 
schaft für den Betrieb der Genossen kommt in erster Linie im Be- 
schäftigungsgrade zum Ausdruck, Daneben werden aber auch die 
unproduktiven Zeiten des Meisters, die sonst durch Auftragsein- 
holung entstehen, herabgemindert, 
Die Gerüstverleihgenossenschaften haben sich, wie ihr Name be- 
sagt, die Aufgabe gestellt, den Gerüstverleihbetrieb auf genossen- 
schaftlicher Grundlage durchzuführen. Für den einzelnen Genossen 
bedeutet sie eine Verringerung der durch das Leihen der Gerüste 
entstehenden Unkosten, 
Die genossenschaftliche Organisation im Malergewerbe bietet 
Entwicklungsmöglichkeiten nach verschiedenen Seiten. Einerseits 
können die bestehenden Genossenschaften ausgebaut werden, indem 
sie sowohl eine Vergrößerung ihres laufenden Geschäftsbetriebes 
durchführen, als auch besondere Abteilungen der bestehenden Or- 
ganisation angliedern, die im Sinne der oben genannten Grundzüge 
arbeiten; andererseits können auch Neugründungen von Malergenos- 
senschaften erfolgen. Allen Neugründungen und Erweiterungen muß 
aber eine genaue Vorkalkulation vorangehen, damit die Genossen- 
schaft nicht schon vor der Gründung zur Unrentabilität verurteilt ist. 
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