Full text : Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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bekannt. Die Gemeinderäte der Städte und öffentliche
Ämter aller Art waren gewöhnlich in den Händen von
Männern, die ihre Stellungen dazu benutzten, sich unrechtmäßige
 Einkünfte zu verschaffen. Bestochen, oder auf
andere Art dazu gebracht, besondere Freibriefe und Privilegien
 zu gewähren, oder bei Betrügereien strafbare Nachsicht
 zu üben, verließen viele dieser Männer Ämter, die
nur bescheidene Gehälter brachten, mit einem Vermögen.

Die kolossalen Holzdiebstähle

Die ungeheuren Waldaneignungen in Minnesota und
andern Staaten und Territorien und die Bestechung öffentlicher
 Beamten, die bei diesen Diebstählen ein Auge zudrücken
 sollten, waren ein Beispiel des weitverbreiteten
und alles durchdringenden Betrugs.
Der Kongreß hatte ein ausdrückliches Gesetz erlassen,
das Verheerungen in den Staatswaldungen untersagte und
für jede Verletzung dieses Gesetzes eine Geldstrafe von
nicht weniger als dem dreifachen Werte des geschnittenen,
zerstörten oder fortgeschafften Holzes und Gefangenschaft
bis zur Dauer von zwölf Monaten festsetzte. Dieses Gesetz
wurde von einzelnen Holz- Kapitalisten oder Holz-Korporationen
 mit Erfolg unbeachtet gelassen oder umgangen.
 In einem langen, behördlich bestellten, an den
Minister des Innern der Vereinigten Staaten, Robert
Mc Clelland, am 12. Februar 1854 eingesandten Bericht
meldet James B. Estes, U. S. Holz-Kontrolleur für Iowa,
Minnesota und den westlichen Distrikt von Wisconsin,
daß allein in einem Teil Minnesotas — dem Black-River-Distrikt
 — mehr als zweihundert Millionen Fuß
Nadelholz geschnitten und fortgebracht worden waren.
„Am Black River,“ so schreibt Estes, „sind sechzehn
Holzzurichtungswerke bis zum letzten Jahre mit Baumstämmen,
 die den Staatsländereien entnommen wurden,
versorgt worden).

1) Executive Documents, First Session, Thirty-third Congreß, 1853—1854
Bd. 24, Doc. Nr. 113, 8,
            
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