Metadata: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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SCHWEIZ — Militärwesen. 
von wenigen Tagen, die Sache frisch zu erhalten. Das Bundesheer 
hat folgende Bestaudtheilc ; 
1) Bundeaauszug, — die Mannschaft von 20—34 Jahren; dazu müssen die 
Kantone 3 Proc. ihrer Bevölkerung stellen; 
2) Beaerve, — von 35—40 Jahren; 1% Proc. müssen gestellt werden; 
3) Landwehr, — bis zum 44. Altersjahre; 
4) Landaturm (ofüciell zu 150,000 M. angenommen). 
Der eidgen. Bundesauszug hat dermalen folgende Stärke; 
Infanterie: 75 ganze und 8 halbe Bataill. Linie 59,114, 45 Comp. 
Scharfschützen 5232 = 64,346 
Cavallerie: 21 Comp. Dragoner 14.85, 6% Comp. Guiden 204 . 1,689 
Artillerie: 40 Comp. 6,897 
Genie: 6 Comp. Sappeurs 678, 3 Comp. Pontoniers 338 . . . 1,016 
Sanit'dtaperaonal 150 
ZuB. Auszug 74,095 
Die Bundesreserve beträgt 42,660 
„ Landwehr . . . 46,188 
Total 162,943 
Auszug und Reserve sind jeden Augenblick mobil zu machen. 
Bei beiden sind überdies gegen 19,000 M. überzählige Mannschaft, 
Die Artillerie besteht aus : 
35 Kanonenbatterien, — 6-, 8- u. 12pfünd., 
3 Haubitzbatterien, — 24pfünd., 
4 Gebirgsbatterien und 
8 Raketenbatterien 
zus. 50 Batterien mit 274 bespannten Geschützen; ausserdem sind für 12 Po- 
sitionscomp. 202 Geschütze bereit. 
Die bewaffnete Macht der Schweiz ist schwach an Reiterei. Ihre 
Linieninfanterie könnte dagegen der eines stehenden Heeres sehr wohl 
entgegen gestellt werden. Dabei aber besitzt die eidgenössische Armee 
eine vortreffliche Artillerie und hat eine entschiedene Ueberlegenheit an 
Scharfschützen. Bei der Landwehr ist die vollständige Zahl Offi’ 
eiere nicht vorhanden; allein dieselbe bildet dennoch das Mittel, dem 
Auszug und der Reserve eine sofortige Verstärkung von 15—20,000 
Mann zu gewähren, 
Vergleichung. Können Staaten mit stehenden Heeren dasselbe 
leisten, wie die Schweiz? Nimmermehr! Württemberg und das 
Grossherzogthum Hessen umfassen zusammen eine Volksmenge, w^elche 
jene der Schweiz um beiläufig 200,000 Köpfe übersteigt. Beide zu 
sammen verwenden auf das Militärwesen, den neuesten Budgets zufolge, 
alljährlich mindestens 4’800,000 Gulden. Indem man neue Vermehrun 
gen vornahm, bekam man einen Formationsstand, der in Württemberg 
2.3,200, in Hessen etwa 12,000 M. beträgt. — Stellen wir diese Haupt 
momente einander gegenüber, so erhalten wir folgende Ziffern : 
TiS'/t 
Volkszahl .... 2’390,000 2’590,000 
Kosten des Militärs . . 3’500,000 Fr. 4’800,00ü fl. =: 1 (>’270,000 Fr. 
Stärke des marschbereit zu 
machenden Heeres . . 140,000 M. 36,000 M. 
Mit einem Geldaufwande von ungefähr einem Drittel, stellt 
die Schweiz sonach eine viermal grössere Militärzahl als jene beiden 
(mwMswq 
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