ar Die Werttheorie (Fortsetzung)
nerseits vom Standpunkte der Oesterreicher auf Gesetze zurückgeführt
werden muß, die die subjektiven Wertschätzungen bestimmen,
d. h. letzten Endes auf das Gesetz des Grenznutzens.
Kann man aber in Wirklichkeit ohne weitereErklärungen
den Preis nur durch das Gesetz von Angebot und Nachfrage
befriedigend erklären, wozu dann überhaupt die subjektive
Werttheorie? Endlich, da das Gesetz von Nachfrage und Angebot
selbst nach der Grenznutzentheorie erst durch die Gesetze erklärt
werden kann, die die subjektiven Wertschätzungen bestimmen,
so müssen die „Preise“, die zur Erklärung der subjektiven
Wertschätzungen dienen sollen, auf die subjektiven Wertschätzungen
selbst zurückgeführt werden. In der Tauschwirtschaft
unterliegen jedoch auch diese subjektiven Wertschätzungen
dem allgemeinen Gesetz und sind von den Preisen abhängig*®.
Wir hören hier somit wieder die alte Leier. Sie m u ß bei Böhm-Bawerk
überall erklingen, weil sie in der falschen Auffassung
dieser Schule vom Verhältnis zwischen ‚„Individuum‘‘ und „soözialem
Ganzen‘ ihren Ursprung hat.
3. DIE GROESSE DES GUETERWERTES BEI VERSCHIEDENEN
GEBRAUCHSARTEN. DER SUBJEKTIVE TAUSCHWERT. DAS GELD
Wir haben bis jetzt Fälle untersucht, in denen das der Wertschätzung
unterliegende Gut nur irgend ein Bedürfnis befriedigt.
Wir wenden uns nun mit Böhm-Bawerk dem Falle zu, in dem
ein und dasselbe Gut der Befriedigung verschiedener Bedürfnisse
dient. „Die Antwort auf diese Frage — sagt Böhm-Bawerk
— ist leicht zu finden: Es ist hier immer der höchste
Grenznutzen der maßgebende... der wahre Grenznutzen eines
Gutes ist identisch mit dem kleinsten Nutzen, zu dessen Erzielung
es in wirtschaftlicher Weise noch verwendet
werden dürfte. Findet nun um ein verfügbares Gut ein
Wettstreit zwischen mehreren sich ausschließenden Verwendungen
statt, so ist es klar, daß bei rationeller Wirtschaftsführung
die wichtigste derselben den Vorzug erhalten muß: sie allein ist
ökonomisch zulässig, alle minder wichtigen sind ausgeschlossen
und können daher auch auf die Bewertung des Gutes, das ihnen
28 Hier sei noch folgender Umstand hervorgehoben. Früher behauptete
Böhm (beim Bestreben, aus den Widersprüchen der Substitutionsnutzenstheorie
herauszukommen), daß der Preis kein leitendes Prinzip bilden könne,
weil der Preis, den die betreffende Person bezahlt, bereits unter aktiver Teilnahme
dieser Person auf dem Markt gebildet wird. Jetzt scheint dies nun
Böhm völlig vergessen zu haben.
‚6