Größe d. Güterwertes bei versch. Gebrauchsarten. Subj. Tauschwert. Geld 97
in keinem Falle dienen darf, keinen Einfluß üben??.‘“ Daraus
ergibt sich für Böhm-Bawerk folgende allgemeine Formel: „Bei
Gütern, die alternativ verschiedene Verwendungsweisen
gestatten undin denselben einen
verschieden hohen Grenznutzen zustiften imstande/
sind; ist die höchste der alternativen
Grenznutzanwendungen für die Größe ihres
wirtschaftlichen Wertesmaßgeben d‘“.
Hier überrascht vor allem die sonderbare Terminologie. „Der
höchste Nutzen‘ des Gutes erweist sich als der ‚kleinste Nutzen‘,
zu dessen Erzielung es wirtschaftlicher Weise noch verwendet
werden dürfte‘. Warum es gerade der „kleinste‘“ ist, bleibt vollkommen
unverständlich. Aber das ist noch nicht das Wesen der
Sache. Wenn wir die Böhmsche Formel auf das reale Wirtschaftsleben
anwenden, so stoßen wir wiederum auf denselben
Fehler, der uns wiederholt begegnete, nämlich den Zirkel, in dem
sich seine Erörterungen bewegen. In der Tat, nehmen wir den
einfachen Fall: Wir haben das Gut A, durch dessen Verkauf wir
für das erhaltene Geld eine Reihe von Sachen erwerben können,
und zwar: entweder x Ware B oder y Ware C oder z Ware
D usw. Es ist klar, daß die zu kaufende Ware, folglich auch die
Verwendung des Gutes, von den jeweiligen Marktpreisen abhängig
sein wird: wir werden die eine oder die andere Ware kaufen, je
nachdem sie zur Zeit teuer oder billig ist. Ebenso treffen wir,
wenn es sich um die Wahl der „Verwendungsweise‘“ der Produktionsmittel
handelt, diese Wahl im Einklang mit den
Preisen der Produkte der verschiedenen Produktionszweige, d. h.
mit anderen Worten, die Frage der „Verwendungsweisen‘“ setzt
bereits den Preis voraus, wie Gustav Eckstein‘! richtig bemerkt.
Seinen Höhepunkt erreicht dieser Fehler in der Lehre vom
subjektiven Tauschwert.
Böhm-Bawerk unterscheidet zwei Arten der „Vielseitigkeit“
der Güter, die durch die zwei Arten der „Verwendung‘‘ derselben
begründet sind, und zwar: die verschiedenen Verwendungsweisen
sind entweder das Ergebnis einer „technischen Vielseitigkeit“
des Gutes oder das Ergebnis der Fähigkeit desselben, gegen
ein anderes Gut eingetauscht zu werden. Letzteres ist um
so häufiger der Fall, je entwickelter die Tauschverhältnisse sind.
Auf dieser doppelten Bedeutung des Gutes — einerseits als direk-%®
Böhm-Bawerk: „Grundzüge usw.‘“, S. 52.
) US Dr 53,
XXVII T Sen UF Methode der politischen Oekonomie ‚ Neue Zeit