Argentinien.
rohrpflanzung, die eine Reihe von Jahren hindurch {ortbetrieben
wurde. Da sie aber keinen Nutzen abwarf, ließ
man sie verfallen, so daß zu Anfang des 19. Jahrhunderts
keine Spur mehr davon vorhanden war. 1812 wurde wieder
mit dem Zuckerrohrbau begonnen, doch kann man erst von
1845 ab von Fortschritten in dieser Industrie sprechen. 1840
wurde in der Provinz Tucuman die erste Zückerfabrik "ge:
gründet, 1858 wurden die ersten Siedeapparate beschatft und
1879 begann man in Tucuman, der hauptsächlichsten Zuckerprovinz,
vollkommenere Apparate zu einer gründlicheren
Ausnützung des Zuckerrohrs einzuführen.
Interessant ist die Nebeneinanderstellung der Ein- und
Ausfuhr!) :
Zeit Einfuhr t Zeit Ausfuhr t
1870/71 107 324 1896 22 026
75/79 113338 1897 41 734
80/84 128 260 20 820
85/89 114 992 169% 26 701
90/94 87 178 1906, 13270
95/99 9 569 1901 49 413
1900/02 1 000 1902 41 694
1903 30 340
1904 16311
1905 2199
Die Zahlen zeigen die Krisis, die von der argentinischen
Zuckerindustrie durchzumachen ist. ‚Noch vor 16 Jahren
hatte der Zucker einen sehr hohen Preis — 5 Peso für
10 kg; das machte den Zuckerrohrbau sehr gewinnbringend
(50—75 %) und rief eine starke Vermehrung des Anbaus
hervor. Die Fabriken legten sich eigene Pflanzungen an,
um den Gewinn selbst zu machen, neue Fabriken entstanden
und die Produktion stieg von Jahr zu Jahr, während die
Einfuhr stetig abnahm. Solange sie den Verbrauch des
Landes deckte und die Einfuhr des mit hoben Zöllen belegten
fremden Zuckets verhinderte, war die Industrie lebensfähig,
bald aber überstieg die Produktion den Verbrauch
und es sammelten sich große Vorräte an, so daß die Regie-1)
Latzina S: 473.
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