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I Die Republik Chile. &)
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Der soeben geschilderte wirtschaftliche Entwickelungsgang
Argentiniens wiederholt sich in‘ allen Ländern des
lateinischen Amerika. Überall. bewirkten die gleichen Ursachen-das
Zurückbleiben des wirtschaftlichen Aufschwunges,
der in Europa und den Vereinigten Staaten von Nordamerika
einen so großen Umfang annahm. Aber in neuester Zeit
haben doch einzelne .der großen Republiken angefangen, Anzeichen
einer besonderen Entwickelung zu zeigen, die teils
aus der richtigen Beurteilung der durch die geographische
Lage bedingten besonderen Verhältnisse, teils aus der klaren
Erkenntnis der Notwendigkeit einer nationalen, volkswirtschaftlichen
Ausgestaltung des Wirtschaftslebens entstanden
sind.
Ein Land, dessen wirtschaftliche Zukunft durch die
geographische Lage‘ eine. besondere Richtung bekommen
muß, ist Chile. Argentinien haben wir als ein Land kennen
gelernt, das in riesiger Ausdehnung den größten Teil der
Breitenausdehnung des südamerikanischen Kontinents von der
Ostküste bis an die Cordilleren ausfüllt, das große schiffbare
Flüsse, den ausgezeichneten Eingangshafen der La Plata-Mündung”
und andere brauchbare Häfen besitzt, das mit
seiner ganzen Front der Alten Welt gegenüberliegt und ungeheuere
natürliche Reichtümer sein eigen nennt, die eine
Grundlage für den immer mehr zunehmenden Außenhandel
bilden und ihren Weg nicht nur über See, sondern auch
über die leicht zu überschreitenden Landgrenzen der Nachbarstaaten
finden. Chiles natürliche Bedingungen sind bei
weitem ungünstiger. Das Land wird gebildet von einem
langen schmalen Gebietsstreifen zwischen den Cordillerem und
der Küste, der durch das hohe schwer überschreitbare Gebirge
von dem wichtigsten Teil des Kontinents abgeschnitten
ist. Wasseradern für den Binnenverkehr sind nicht vor-“
handen, die Küste ist, außer im Süden, wenig gegliedert und
ohne gute Häfen, die Mittelprovinzen sind wohl für den
Getreidebau geeignet, aber von zu geringer Grundfläche, um
(ietreidemengen hervorzubringen, die nach Befriedigung des
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