Wirtschaftliche Entwickelung.
Verkehrs wird es also sein, diesem tüchtigen Bevölkerungselement
die Gegenstände, deren es zur besseren Ausgestaltung
seines Daseins bedarf, zu angemessenen Preisen zuzuführen
und damit gleichzeitig das Absatzgebiet für die heimische Industrie
zu erweitern.
Die Entwickelung der lateinisch-amerikanischen Länder
bewegt sich also auch auf dem Gebiete des Verkehrs in einem
fehlerhaften Kreislauf der die Rückständigkeit der Industrie
mit verschuldet hat: der Landwirt kann vielfach wegen
Mangel an Verkehrsmitteln seine Bodenerzeugnisse nicht absetzen
und wird deshalb nicht kaufkräftig für die Erzeugnisse
der Industrie, soweit solche bis zu ihm dringen. In
vielen Fällen bleiben weite Gebiete, die eine kaufkräftige
Bevölkerung ernähren könnten, der schlechten Verkehrsverhältnisse
wegen überhaupt unbesiedelt und der Markt für
die Industrieerzeugnisse erweitert sich nicht, was deshalb von
besonders nachteiligem Einfluß auf die Entwickelung der Industrie
ist, als diese noch auf lange Zeit hinaus an die Erzeugung
für die Ausfuhr nicht denken kann, also lediglich
auf den heimischen Markt angewiesen ist. {
Wenn die lateinisch-amerikanischen Staaten sich die so
nötige Zuwanderung von Europäern erhalten wollen, können
sie sich der dringenden Forderung nach der gründlichen
Umgestaltung bzw. Neuschaffung eines Netzes von leistungsfähigen
Verkehrswegen nicht mehr länger verschließen.
Kümmern sich auch die Regierungen dieser nach dem Wesen
der Kultivationen bewirtschafteten Staaten nicht um die
wirtschaftliche. Lebensfähigkeit ihrer eigenen armseligen und
anspruchslosen Bevölkerung, so wird das immer mehr zunehmende
europäische Element, das sich seines Wertes für
die Hebung der ‚wirtschaftlichen Zustände wohl bewußt ist,
die Staaten zwingen, durch wirklich volkswirtschaftliche Maßnahmen,
unter deren segensreicher Wirkung die Einwanderer
in ihrer europäischen Heimat zu leben gewohnt waren,
für das Fortkommen und Gedeihen einer Menschenklasse
zu sorgen, die ihr Leben und ihr, wenn auch oft bescheidenes
Vermögen dem Schutze eines fremden Staatswesens anvertraut
haben. Ist das Interesse der Einwanderer auch ein
rein persönliches, auf Gründung eines besseren Daseins gerichtetes,
so schaffen diese kulturell höher stehenden Elemente
doch, Werte, die dem sie beherbergenden Staate zugute
kommen.
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